Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Freß-Närrin.
Schreiber begegner/welcher in verboktenerLieb mit einer Müllerin
gelebt hat/dieser Schleppsack erinnerte vielmal dem Schreiber dis
Abwesenheit ihres Manns/ einmal har sichs zugerragen/daß/wie der
Müllncr ausgereist/ sie dem Schreiber eine stattliche Jausen zuge-
richt/welche da bestünde/ m etliche junge Hunde! / Schüssel Krebs/
Krapffen/ Spargel-Salat/ und anbey ein stattlicher Wein. Em
Srudenr/so dazumalm dis Vacaotzgemst/ suchte daeme Herberg/
welche ihme aber von der Müllerin rund ist abgeschlagen worden/der
arge war mehr so thumb/ daß er nicht etwas verargwohnet
hat/ dahero er durch ein Fenster gantz wo! gesehen und abgenommen/
wie man dem Schreiber so stattlich hat auffgetragen / aber da kaumb
allesauff den Trsch ist gefetzt worden/ schlägt der Müüner unver-
hofft an die Hauß-Lhür/ dann er was nothwendiges vergessen; Auff
die erste Stimme war alles in großem Schrecken. Die Müllerin
wischt geschwind mit einer Speiß unter den Ösen / mit der andern
unter das Beth/ mit der dritten unter die Banck in einen Winckel;
Jl)M§ aber dem Schreiber rathete sie/er solle sich geschwind verber-
gen unter den Bach < Zuber/ nachdeme solches geschehen / ist dem
Müller die Tkür eröffnet worden; Der Student nicht langsam/
und bittet den ehrlichen Mann umbein Nacht-Herberg/ welche er
ihm zu gesagt/ jedoch meldet/ er werde ein schmales Nacht-Mahl ha-
ben/dieweil sein Weib ihm heunt gar nicht verhoffer hätte; Indem
sie eine Weil bey dem Tisch gesessen / und von einem und dem andern
Beredt/ so hat sich der Smdent verlauten lassen / daß er bereits so
viel gelernet/ daß er auch ohne Sünd/ und Beleydigung GOttes /
könne natürlich zaubern; Der Müller kunte sich nicht gnugsamb
verwundern/ und zeigt einen begierigen Vorsatz etwas von solcher
raren Kunst zu sehen. Der Student thut sich hierüber anerbieten /
er wolle in aller Mrtze ein gutes Nacht-Mahl herzu zaubern / das
war dem Müller eben nicht ungefällig / sänget demnach an / etliche
Arabische Sprüche zu reden» Mem'Zz, ckrevreib, Irorc/^mme-
O^caäwurs- Lcc. Mo! ein Schüssel gehratM Hön-
M z del
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