Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Die vttttaschts Närrin»
Hünß/schreyet :Nur eines/sollte ihm wenigst das sme Hün! da lassen/
sind nicht allebeyde mit sich nehmen / der Gast aber verstünde/er
wolte ihm nur em Ohr abschneiden /laufft was er nur kunt/ damit er
beyde Ohren davon brächte / mithin hat sich die Gredl aus der
Schlingen gewunden.Nachmalen aber als ihr Herr dis Stück! über
sie erfahren/har er sieaufem Srund weggejagt/die Händvon ihr ab-
gezogen alle Hülff und Gnadhatsieverschertzet/und ist bald darnach
in grosse Noch und Urmuch gerathen. Was Hals gemacht als ihr
Naschen?
Gut gegeben vor den/der es glaubt!
Die Katzen feynd immer genäschig / so seynd auch mehrentheils
die Mägde/aberden Katzen stöst man offt das Maul darauff/ da man
bey diesen offt muß durch die Unger sehen. , ,
Ach wie offt würde sich manche Sl>eißKammer/Gewölb/ Kel-
ler/Credentz/Kuchen/Tisch/ Banck überdergleichen vernaschte
Krotten beklagen. Es stehetgar nicht schön/daß Eltern und Eheleu-
te nichts sicher wohin stellen können/ uudsihe/ dasieflchbißweilen
vermeynen zu laben/ist die Sache schon genascht und weggefressen.
Die Treu auch bey dergleichen Sachen ist hoch zu rühmen.
Jene einfältige Magd sprach Ach liebe Frau' ich habe von dein
überbliebenen Kappaun genascht / Ach! erhatmich so freundlich am
gelacht.
Schöner Deck-Mantel.


Die,
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