Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

Page: 370
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/abraham1713/0542
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
dieser hatte ein Crucifix in Händen/ weiches er ohne Unterlaß küffete/


sprrch^nb* ^lconuseli, Lc kono§:

DieseBcschwären/seynd meine Ehren/
Dieser Last/ist meine Rast.

Der fünffte der sich pr-xlemirte / war der Bauersmann / dieser
Leutere mir dem Finger auf seinen Psiug/ sprechend: 8uöore Sc ii>.

dore ;

Mit Mühe und Arbeit/
Vertreib ich meine Zeit.
Letzliche» und sechstens kralle auf die Schau-Bühne der arme
Ehemann / dieser trüge mit schwitzendem Angesicht / härtesten
Schnauffen / und vielen Senfftzern / als trüge er gleichsamb wie ein
-rrizs die gantze Welt-Kugel aufsich / fein jauchendes - gronendes und
böses Weib aufden Achslen / die ihm fein säuberlich den Kopfflause-
te/ und zu bceden Seiten die Haar krausere/ dieser arme Tropffschrye
^ämmrrllch t iVluximum mulumimuliei ma!u :
Kem grössers Übel hat die Welt /
Als ein böß Weib jemals gezehit.
Md halb anderst r mors.muUer MS3 :

Hätt ich kein Weib/Hätt ich kein Noch/
Weil ichs nun hab / so ists mein Todt.

Cs wolle mit diesen Worten der armseeligc Ehemann anzeigen/

daß er aus allen Ständen der gantzen Welt den härtesten und schwä-
resten Stand habe / darumb hat auch itK-opMlur gesagt:
Ein Ehemann Verein böses Weib hat / scye billich ein Märtyrer zu
nennen / dann vielgewesen / welche sich lieber mir dem Galgen / als
mit einem bösen Weib haben wollen behcnckcu und verstricken / lieber
des Henckers Schwerbt als ein böß Weib haben wollen verkosten.
Die mchreste Ursach ist ihre Doßheit und Unfreundlichkeit / und wo
ein unfreundlichs Weib gegen ihren Mann ist/da ist nie keine Lust und
Vergnügung. .
ES ist und bleibt wahr / daß wann ein ungleiches paar Eheleuth

zusammen kommen / daß solches alles aus Anordnung oder Willen
loading ...