Achelis, Hans
Die Katakomben von Neapel — Leipzig: Hiersemann, 1936

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ACHELIS, DIE KATAKOMBEN VON NEAPEL

Tafel 8
S. Gennaro. 2. Katakombe. Vorsaal. Decke. Adam
und Eva
Vgl. oben S. 44
Erwähnt von Jorio 76, Bellermann 76, Schultze 32L
Abbildung: Bellermann Taf. 5,1; Garrucci Tav. 96,1
= Schultze Taf. 6.
Am Baum fehlt die Schlange (?). Eva hält mit der
Linken den Blätterkranz, die Haltung des r. Armes ist
nicht klar. Daß Eva in der erhobenen R. eine Frucht
oder gar einen Apfel trug, ist wenig wahrscheinlich.
Adam ist knapp 45 cm hoch.
Der Sündenfall ist in den römischen Katakomben
ganz ähnlich dargestellt. Wilpert, Malereien, zählt 16
Beispiele auf, die er S. 326fr. bespricht. Das Motiv
von Taf. 8 - daß Adam seinen Arm beschuldigend
gegen Eva ausstreckt - ist selten, kommt aber vor:
Wilpert Taf. 186,2.
Tafel 9
S. Gennaro. 2. Katakombe. Vorsaal. Decke. Einzelfigur
Vgl. oben S. 44
Erwähnt von Schultze 3 3.
Abbildung: Garrucci Tav. 96,2 = Schultze Taf. 6.
Ein junger Mann in kurzer Tunika kommt in leb-
hafter Bewegung von links. Er hat seinen rechten
Arm erhoben; mit der L. preßt er eine große Schale an
seinen Leib. Rechts von ihm befand sich eine zweite
Figur, die restlos verloren zu sein scheint. Die Höhe
des Mannes beträgt knapp 45 cm.
Eine Deutung des Bildes scheint vorderhand unmög-
lich. Die bisherigen Deutungen (Leclercq: David und
Goliath, Schultze: Säemann nach Matth, 13,19) befrie-
digen wenig.
Tafel 10
S. Gennaro. 2. Katakombe. Vorsaal. Decke. Turm-
bauende Jungfrauen nach Hermas
Vgl. oben S. 44
Erwähnt von Jorio 76, Bellermann 77, Schultze 33.
Abbildung: Bellermann Taf. 5,2; Garrucci Tav. 96,3
— Schultze Taf. 7.
In der Mitte des Bildes ein aus Quadersteinen er-
richteter Turm. An der r. Seite ist er vollendet und
läuft in drei Zinnen aus; darunter ist eine Tür zu
sehen. L. von den Zinnen steht (man muß annehmen:
auf einem Gerüst) ein Mädchen, das mit dem Bau be-

schäftigt ist. R. vom Turm ein zweites Mädchen, das
einen Quaderstein heranträgt; 1. ein drittes, dessen
Kopf noch neuerdings durch einen Flecken verdeckt
wurde, ebenfalls mit einem Stein in den Händen. Die
drei Jungfrauen tragen eine blaue Tunika, die auf den
Schultern befestigt ist und die Arme frei läßt. Der
Text ist Hermas Simil. 9,2 ff. - Höhe der Figur r.
knapp 35 cm.
Das Bild ist einzigartig in der altchristlichen Kunst.
Da es hier an der Decke an ausgesuchter Stelle unter
biblischen Bildern steht, muß man schließen, daß der
„Hirt“ des Hermas damals in Neapel zum Kanon des
Neuen Testaments gerechnet wurde.
Tafel 11
S. Gennaro. 2. Katakombe. Vorsaal. Zweites Arkosol
rechts oben. Rückwand
Vgl. oben S. 44
Erwähnt von Schultze 36.
Abbildung: Garrucci Tav. 97,2.
Ein Mann im Pallium mit langem Stabe, rechts ein
Baum. R. und 1. je ein Delphin.
Der Kopf des Mannes und die Krone des Baumes sind
weggebrochen. Maße anzugeben ist unmöglich.
Tafel 12
S. Gennaro. 2. Katakombe. Vorsaal. Erstes Arkosol
links oben. Vogel. Traube
Vgl. oben S. 45
Im Bogen des Arkosols, links.
Erwähnt von Bellermann 77L, Schultze 36h
Abbildung des Arkosols: Bellermann Taf. 6; Gar-
rucci Tav. 97,1.
Tafel 13
S. Gennaro. 2. Katakombe. Vorsaal. Erstes Arkosol
links oben. Ziegenbock mit Thyrsusstab
Vgl. oben S. 45
Literatur und Abbildungen s. Taf. 12.
In der Mitte des Arkosolbogens, über Taf. 12. - Bei
Bellermann und Garrucci hat der Bock Hörner.
Zu Taf. 7-13. - In den römischen Katakomben sind
ähnliche Deckenmalereien vorhanden, deren Deko-
rationsstücke wesentlich antiker Art sind, die aber
in einzelnen Fällen - und zwar an bevorzugter Stelle -
christliche Bilder bringen. Vgl. Wilpert, Malereien,
Taf. 9, 17, 25, 42.
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