Ackermann, Jacob Fidelis ; Wenzel, Joseph [Transl.]
Über die körperliche Verschiedenheit des Mannes vom Weibe, außer den Geschlechtstheilen — Koblenz, 1788

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Aber nicht nur diese hier angeführten Materien
find bis itzt noch entweder ganz, oder zum Theil
NN-

chung über den Charakter des einzelnen Individuums.
Er meint/ wenn man durch viele und richtige Unter-
suchungen entweder das Dcrhaltniß aller Thcilc gegen
einander., oder nur einiger Theilczu den übrigen
untersuchte, das heißt, daß man zu bestimmen suche,
Ivie sich alle, oder nur einige Theile verhalten, wenn
dieser oder jener als Standpunkt angenommene Ttcil
so beschaffen ist, so daß man von der Beschaffenheit
dieses Thcils auf die der übrigen, wenigstens mit
Wahrscheinlichkeit, schließen, und dann seine Prognose-
und Kurart darnach cinrichten könne. Man erlaube
mir hier ein Beispiel, dessen ich mich zwar selbst un-
gerne bediene, indem cs etwas zu unbestimmt ist, da
wir aber noch wenige dergleichen haben, die so pas-
send auf diesen Stoff sind, und dann auch die Er-
fahrung dasselbe so oft bestätigt, so glaube ich. ei-
nigermaßen berechtigt und zugleich entschuldigt zu
sepn. Die Landleute unsrer Gegend nämlich neh-
men beinahe durchgängig an, daß der Mensch,
bei welchem die Linie von der Ellnbogengrubc bis zur
äußersten Fläche des Mittelfingers weniger als zwo
Spannen beträgt, keine, der hingegen, bei welchem
sie mehr beträgt, Anlage zur Lungcnsucht habe; und
die Erfahrung beweißt es im Durchschnitt genommen
so, daß Man dieser Regel, wenn man noch den Bau
der Brust, um doch mit Grund auch zu handeln, hin-
zufügt , Glauben bcimessen muß.
So
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