Die angenehmen Zeitvertreibe, in den Erzählungen des Herrn von Adelsberg — Frankfurt am Main, 1767 [VD18 14316323]

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Die Nachkomödie gefiel mir vollends gar
nicht, folglich war sie mir gleichsam zur Last,
mir anzusthen. Es war eine Pantomime, oder
auf deutsch: ein Gebärdenspiel, welches so ziem-
lich artig, davon der Inhalt aber, wie ich es
aus den Mienen des Acteurs schliessen konnte,
sehr schändlich war. Ich hätte die Pantomime
gerne länger mit angesehen, dieweil sie mir aber
Anlaß zu vielen schlimmen Gedanken gab, so sä-
he ich kaum die Hälfte davon, und mein Gewis-
sen nörhigre mich, die Augen fast bey allen Au-
genblicken zuzumachen. Zu meinem Glück war
die Nachkomödie nun auch aus, und ich gieng
ganz betrübt in mein Speist- und Weinhaus
zurück. Ich muß meinen Lesern sagen, daß ich
tausendmal vergnügt ganz allein in meinem Zim-
mer gewesen war, aber jetzo, da ich aus diesem
großen Haufen Volks aus der Komödie kam,
schien mir meine Stube eine wahre Einöde zu
seyn, in welcher ich nicht würde bleiben können.
Mitten unter meinen unzufriedenen Gedanken
stellte ich diese Betrachtung an, und sagte m mir
selbst:
Ist meine Begebenheit nicht diejenige der
meisten Menschen ? Eine junge Person von 14
oder i s Jahren, die von der Komödie reden hö-
ret, Die brennec gleichsam vor Begierde, eine
Komödie zu sehen, und suchet schleunig die Ge-
legenheit dazu. Endlich kommt sie in die Ge-
sellschaften- Welche Aufmerksamk-it bemerket
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