Die angenehmen Zeitvertreibe, in den Erzählungen des Herrn von Adelsberg — Frankfurt am Main, 1767 [VD18 14316323]

Seite: 72
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bareisch. Eine Vernunft, welche darum von
der allgemeinen Vernunft unterschieden ist, nxi!
sie die klaren und aufgeklärten Begriffe verab-
scheuet, welche jene so eifrig hervorsucht. Zu
diesem fügte sich noch dieses hinzu, daß der Phi-
losoph, von welchem hier geredet ist, eine ganz
neue und besondere Art von Schlüffen erfunden
hatte, bey welchen dasjenige.zuletzt kam, was
sonst insgemein voraus gesetzt zu werden pfleget.
Eins neue Hosnung zu der wahren Größe,
die solchen Mannern unschätzbar ist. Ein Mann,
der sehr viele bishero ganz unbekannte Dinge ent-
decket; ein Welrweiser, der seine Erfindungen
zu Papiere bringt und sie niederschreibt, der sich
dabey einer unerhörten und neuersimdenen Lehr-
art bedienet, sollte der nicht so wel Merck haben,
als ein Großer in der alten W-lr, dessen Anhän-
ger sich sogar nach seinem Namen nennen ließen?
- Zch will noch einen Grund hinzu fügen. Man
bar den meisten Philosophen von der ersten
Größe das Kunststück abgelernet, daß sie dieje-
nigen, welche nicht ihre Meynungen verehren,
Mit unerträglichen, anzüglichen und pöbelhaften
Schimpfwörtern belegen. Die Kunst andern
Leuten die Ehre abzuschneiden und zu verdunkeln,
ist eine von den wichtigsten Staffeln zu der Ehre
zu gelangen.
Dieser so fleißige Weltweise war auch in
dieser Wissenschaft kein Schüler mehr. S ine
selbst
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