Die angenehmen Zeitvertreibe, in den Erzählungen des Herrn von Adelsberg — Frankfurt am Main, 1767 [VD18 14316323]

Seite: 90
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druckt wären, und haben sich nicht einbilden
können, daß es eine ersonnene Begebenheit ge-
wesen ist/ die entweder zur Besserung der nrenfch,
liehen (Litten, oder bloß zum Zeitvertreibe und
zur Luft gedruckt worden. Wobey ich nur
im Vorbeigehen erinnern will, wie unüber-
legtes sey, die Buchdruckerkunst, welche Gott
zu einem Mittel der E' leuchmng in Len letzten
Zeiten ersehen. zu einem ganz widrigen Endzwe-
cke, nämlich zur Ausbreitung des Unverstandes
und des Aberglaubens, mißbrauchen zu lassen»
Unsere Obrigkeiten haben ja die türkische Staats-
rege! nicht, den Pöbel fein in der Dummheit
zu erhalten. Deswegen wäre es löblich , wenn
man solche sehr ungereimte Misgeburren aber-
witziger Köpft, als Glücksrädlein, Traum-
bücher, Hokuspokuskünste, dazu ich auch sol-
che Leute rechne, welche mit mathematischen
Figuren, als mit dem EgMischen Wahrsager
der da redete und allerlei) Dinge errathsn konn-
te, Len Leuten Geld ^blockten, ohne daß man
einsehen konnte, wie es mit diesem Egypti-
schen Wahrsager, der wie ein aller Mann
angekleider war und auf einem Stuhle faß, zu-
gierig, auch die Worte: Ich lache über die
Eitelkeit der Welt und mcmemo mori aus-
sprach . Ferner gehöret hierher die kluge Sire-
ne, die eben allerlei) erriech und weifen muß-
te, bey solchen Leuten sollte die Obrigkeit sich
ftbr genau erkundigen, ob solche Statuen auch
mathematische Kunststücke wären oder nicht, da-
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