Die angenehmen Zeitvertreibe, in den Erzählungen des Herrn von Adelsberg — Frankfurt am Main, 1767 [VD18 14316323]

Seite: 130
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und in dessen Wagen sie mit großer Behendig-
keit hinein sprang, beym Zumachen der Thürs
aber den Kopf schüttelte, als ob sie eines bessern
Fensters und Sitzes gewohnt wäre. Sie sagte
laut: Kutscher, ihr wißt, wohin! und fuhr
fort.
Indessen hatte sich eine große Menge Kirch-
gänger nahe bey der Kutsche versammelt gehabt,
und weil ich mich nahe an der Kirchrhüre befand,
so hörte ich erliche Leute sagen: Ein sehr schönes
Frauenzimmer! andere: Sie ist nichts mehr,
als was sie seyn soll ! und eine sehr kluge alte
vornehme Frau sagte: Sie hätte sollen aufgeho-
ben werden«
Die Leser können aus dieser Erzählung
schließen lernen, daß sich solche schöne Friedens-
stöhrerinnen nicht an denjenigen Ort der Stadt
schicken, nämlich: in die Kirche; wo die mä-
ßigen Sitten noch daheim sind, und wo man
alle pralensche und hochtrabende Geberden,
auch in löblichen Dingen, nicht leiden kann;
sondern andächtig und demmhig seyn muß.

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