Die angenehmen Zeitvertreibe, in den Erzählungen des Herrn von Adelsberg — Frankfurt am Main, 1767 [VD18 14316323]

Seite: 149
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Auf, Muse! hcure ist der Tag, da ich
an mich selbst denken mag, ja, heute fühllos
seyn, ist Sünde, und alles, was ich jetzt em-
pfinde, ist Regung, die vom Himmel stammt;
so, daß nie eines Jünglings Seele der Tugend
heilige Befehle zu edlerm Feuer angestammt. Wie
pocht das Herz, sich auszudrücken; und im
Gesang ergießt es sich, und Pflicht und kind-
liches Entzücken undFreud und Dank begei-
stern mich.
Entführt, verfolgt von schnellen Stunden,
sank heut', Aeonen gleich verschwunden, ein
Jahr ins Meer der Ewigkeit- So flieht die
Welt, die wir bewohnen, mit Menschen von
viel Millionen, und mit ihr flieht auch unsre
Zeit; und mit ihr flieht Las Glück der Thoren,
die, zur Unsterblichkeit bestimmt, selbst wider
dies ihr Heil verschworen, vergöttern, was em
Ende nimmt.
Indessen eilt der Christ, der Weise, durchs
Erben, als die Zeit der Reise, beglücktem, ho-
hem Sphären zu; er treibt nicht auf des Eueln
Strome, verachtet schimmernde Phantome,
fein Zweck, o Ewigkeit, bist dm Um niedre
Freuden unbekümmert, weiß er, von großer
Hoffnung voll, daß er die Erd' einst, wenn
sie lrümmert, getrost zertrümmern sehen soll.

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