Die angenehmen Zeitvertreibe, in den Erzählungen des Herrn von Adelsberg — Frankfurt am Main, 1767 [VD18 14316323]

Seite: 150
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Zwar ist die Welt für sein Gemürhe der
Schauplatz seines Schöpfers Güte/ sein groß
entzückend Heiligthum; ihm ist des Frühlings
sanfte Freude , des Himmels prachrge Augen-
weide, ein menschlich schön Gefühl, sein Ruhm:
Doch scheint ihm ohne Dämmerungen aus je-
nen Gegenden des Lichts, der Reiz, der Pomp
in Nacht verschlungen, und ohne Gott die Welt
— ein Nichts. — —
Was war ich, eh, zum Seyn erlesen,
mich in die Reihe andrer Wesen, die Allmacht
auch ins Daseyn rief; als nichts mich zur Em-
pfindung weckte, und Dunkel noch mein We-
sen deckte, und ich in Todesstille schlief? — Nun
bin ich, freue mich des Lebens; ich bin ein
Mensch- Dem Adel treu, wünsch ich, daß
ich es nicht vergebens, und zu des Schöpfers
Ehren, sey.
O, was befällt mich hier für Regung!
was für erhebende Bewegung ! wo reißt mich
mein Entzücken hin ? Wer war ich, daß er
an mich dachte, mein Leben so zur Wohkhat
machte, daß ich ein Mensch geworden bin —
— Ein Mensch nur? — — Nein, auch das,
was höher, als was der Name neuner, ist;
denn ich ward auch, dem Himmel naher, was
Menschen oft nicht sind, ein Christ-
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