Die angenehmen Zeitvertreibe, in den Erzählungen des Herrn von Adelsberg — Frankfurt am Main, 1767 [VD18 14316323]

Seite: 155
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daran liegen, ob jede Thctt die Welt auch
sieht?
Nur solche Tugend trüget nimmer; sie ist
nicht jener leere Schimmer, vor dem Der Tbor
bewundernd steht. Nie wird sie unsre Ruh ver-
scherzen, sich selbst genug thront sis im Herzen
mit einer stillen Majestät. Sie trotzet hier im
niedern Thale allein dem Ungemach der Zeit, und
blühet in des Himmels Srrale, mehr fruchtbar
für die Ewigkeit.
Um edle Wissenschaft beflissen werd ich sie
suchen so zu wissen, wie sie zu dieser Weisheit
führt. Nur so will ich mich ihr vertrauen,
und nicht zum müßigen Beschauen, zum Wis-
sen , das das Herz nicht rührt; und unter al-
len Lehrerinnen dich, himmlische Religion, dich
immer stärker lieb gewinnen; und o, wie lieb'
ich Dich nicht schon!
Bey dir soll oft in vollen Zügen dein
Lichtstrom göttlich mich vergnügen; ihn zeigt
nicht irdscher Weisen Zunft, dann aber will ich
eure Lehren auch ost gefällig, folgsam hören,
ihr schönen Töchter der Vernunft; und euch
empfinden, die ihr schildert, des Witzes Töch-
ter, huldreich lacht, und strenger Tugend An-
blick mildert - , und selbst das. Herze sanfter
macht.

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