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Akademie der Künste
Chronik der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin — 1906 [1. Oktober 1904 - 1. Oktober 1905]

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mit Historienbildern: »Das Begräbnis eines Trappisten« (Mu-
seum von Courtrai), »St. Stephanus« (Museum von Gent),
»Bauernkrieg« (Museum von Brüssel); von einer Studienreise
in Spanien brachte er 1883 eine »Tabakfabrik in Sevilla« mit.
Darauf gewann er ausschliefsliches Interesse für die charakte-
ristischen Erscheinungen der Industriegebiete seines Vater-
landes, die er in Bildern und besonders durch Bronzefiguren
illustrierte. Diese Werke, die jetzt wohl jedes Museum besitzt,
machten ihn spät, aber allgemein bekannt. 1886 bis 1896 war
er Erster Professor für Malerei an der Kunstschule zu Löven
und kehrte dann nach Brüssel zurück, wo er am 4. April d.J.
sein arbeitsreiches Leben beschlofs. Im Jahre 1898 hatte unsere
Akademie ihn zu ihrem Ordentlichen Mitgliede ernannt.
Pape, Friedrich Eduard, geboren am 28. Februar 1817
als Sohn des Porzellanmalers Friedrich Pape zu Berlin, besuchte
daselbst 1834 bis 1839 die Akademie, um besonders unter
Blechen die Landschaftsmalerei zu studieren, arbeitete aber zu
gleicher Zeit, des Broterwerbs wegen, im Geritschen Atelier
für Dekorationsmalerei. Eine Reise nach Tirol, der Schweiz
und Italien in den Jahren 1845 bis 1846 bestimmte ihn, sich
ganz der Landschaftsmalerei zu widmen, doch mufste er, nach
Berlin zurückgekehrt, noch manche dekorative Arbeiten, u. a.
in dem Neuen Museum (1849 bis 1853), ausführen. Der Er-
folg seiner Schweizer Bilder: »Der Reichenbach-Fall«, »Der
Erlgletscher bei Handeck«, »Der Schmadribach« u. a. sicherte
allmählich eine geachtete Stellung, und wiederholte Reisen in
die Schweiz und nach Italien ergaben ihm immer neue Motive
für seine lichten, sorgfältig ausgeführten Gemälde. Eine schwere
Erkrankung im Jahre 18 57 hemmte seine Arbeitsfähigkeit für
längere Zeit, doch hat er noch im hohen Alter manches Werk
geschaffen. Seit 1853 war er Mitglied unserer Akademie. Er
starb, fast erblindet, am 15. April 1905 in Berlin.
Ruths, Johann Georg Valentin, geboren in Hamburg am
6. März 1825, besuchte dort die höhere Knabenschule und
wurde dann, trotz seines Widerstrebens, zu einem Kaufmann
in die Lehre gegeben. Erst 1843 gelang es ^m, nachdem er
das Lithographieren erlernt und damit etwas zu verdienen be-
gonnen hatte, diesen Beruf zu verlassen und mit seinen Er-
 
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