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Manopan, das mit seinen von durchlochten Pappblättern be-
wegten Zungenpfeifen verhältnismäfsig schöne Klangwirkungen
zu erzeugen vermag. Wundersam mutet ein Klavierinstrument
an, das anstatt der Saiten abgestimmte Metallröhren gellend
anschlägt und selbst in der rauschenden Klangmasse eines
Riesenorchesters noch durchzuhören sein würde.
Zuletzt sei noch der exotischen Erwerbungen Erwähnung
getan, welche ausschliefslich Afrika geliefert hat; nämlich eine
seitlich anzublasende Trompete aus einem grofsen Elefanten-
zahn aus Monghela im Kongostaat, eine Trommel aus
Mahagoniholz, eine südostafrikanische Marimba (Timbila,
Mihambi) mit hölzernen Klingbrettchen auf getrockneten
Kürbissen als Resonatoren, also eine Art Xylophon, und eine
grofse Kissar aus Deutsch-Ostafrika, welche mit ihrer Resonanz-
decke aus Pantherfell und ihrem Aufputz von bunten Perlen
und Straufsenfedern nicht nur einen phantastischen Anblick
gewährt, sondern auch Zeugnis von dem internationalen Ein-
flufs der altgriechischen Musikkultur ablegt, da dieses wohl
von Ägypten her eingeführte Instrument sowohl in Form
und Einrichtung wie im Namen die antike Kithara wider-
spiegelt.
Auch im vergangenen Jahre wurden der Sammlung mehrere
Geschenke zuteil, und zwar bedachte sie Herr Dramaturg
C. Henning in Berlin mit einem Bassethorn von Griesling
und Schlott, und ein ungenannt bleiben wollender Gönner mit
einem Pentaphon nebst gedruckter Schule dazu. Herr Kanzlei-
rat Otto Poppenberg in Berlin verehrte der Sammlung drei
interessante und hübsch ausgeführte Musikerurkunden von
seinen Vorfahren, nämlich zwei Bestallungen als Stadtmusiker
in Nimegk, Bez. Potsdam, und einen Musiker-Lehrbrief aus
den Jahren 1789, 1794 und 1805. Der Maler Herr Professor
Fritz Werner überreichte eine birmanische Klangscheibe,
Kyeezee genannt, welche dem buddhistischen Gottesdienst,
ähnlich unseren Glocken, dient, als interessantes und wertvolles
Geschenk. Herr Dr. Euting in Berlin überwies auch in diesem
Jahre den neusten Jahrgang der von ihm geleiteten Deutschen
Instrumentenbau-Zeitung. Diesen Gönnern spricht die Ver-
waltung auch an dieser Stelle ihren herzlichsten Dank aus.
Die Königliche Sammlung alter Musikinstrumente beteiligte
sich auf Wunsch der Ausstellungsleitung an der Musikfach-
Manopan, das mit seinen von durchlochten Pappblättern be-
wegten Zungenpfeifen verhältnismäfsig schöne Klangwirkungen
zu erzeugen vermag. Wundersam mutet ein Klavierinstrument
an, das anstatt der Saiten abgestimmte Metallröhren gellend
anschlägt und selbst in der rauschenden Klangmasse eines
Riesenorchesters noch durchzuhören sein würde.
Zuletzt sei noch der exotischen Erwerbungen Erwähnung
getan, welche ausschliefslich Afrika geliefert hat; nämlich eine
seitlich anzublasende Trompete aus einem grofsen Elefanten-
zahn aus Monghela im Kongostaat, eine Trommel aus
Mahagoniholz, eine südostafrikanische Marimba (Timbila,
Mihambi) mit hölzernen Klingbrettchen auf getrockneten
Kürbissen als Resonatoren, also eine Art Xylophon, und eine
grofse Kissar aus Deutsch-Ostafrika, welche mit ihrer Resonanz-
decke aus Pantherfell und ihrem Aufputz von bunten Perlen
und Straufsenfedern nicht nur einen phantastischen Anblick
gewährt, sondern auch Zeugnis von dem internationalen Ein-
flufs der altgriechischen Musikkultur ablegt, da dieses wohl
von Ägypten her eingeführte Instrument sowohl in Form
und Einrichtung wie im Namen die antike Kithara wider-
spiegelt.
Auch im vergangenen Jahre wurden der Sammlung mehrere
Geschenke zuteil, und zwar bedachte sie Herr Dramaturg
C. Henning in Berlin mit einem Bassethorn von Griesling
und Schlott, und ein ungenannt bleiben wollender Gönner mit
einem Pentaphon nebst gedruckter Schule dazu. Herr Kanzlei-
rat Otto Poppenberg in Berlin verehrte der Sammlung drei
interessante und hübsch ausgeführte Musikerurkunden von
seinen Vorfahren, nämlich zwei Bestallungen als Stadtmusiker
in Nimegk, Bez. Potsdam, und einen Musiker-Lehrbrief aus
den Jahren 1789, 1794 und 1805. Der Maler Herr Professor
Fritz Werner überreichte eine birmanische Klangscheibe,
Kyeezee genannt, welche dem buddhistischen Gottesdienst,
ähnlich unseren Glocken, dient, als interessantes und wertvolles
Geschenk. Herr Dr. Euting in Berlin überwies auch in diesem
Jahre den neusten Jahrgang der von ihm geleiteten Deutschen
Instrumentenbau-Zeitung. Diesen Gönnern spricht die Ver-
waltung auch an dieser Stelle ihren herzlichsten Dank aus.
Die Königliche Sammlung alter Musikinstrumente beteiligte
sich auf Wunsch der Ausstellungsleitung an der Musikfach-


