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Akademie der Künste
Chronik der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin — 1910 [1. Oktober 1908 - 1. Oktober 1910]

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zenden Kinderlieder und seine sechs Märchendichtungen für
Frauenchor, Soli und Klavier erlangt. Auch als Schriftsteller
ist Reinecke hervorgetreten: seine Aufsätze über verschiedene
Meister der Tonkunst, sein Essay »Zur Wiederbelebung der
Mozartschen Klavierkonzerte«, sein oft aufgelegtes Buch »Die
Beethovenschen Klaviersonaten« zeichnen sich durch Klarheit
der Gedanken und stilistische Rundung vorteilhaft aus. Der
Königlichen Akademie der Künste gehörte er als auswärtiges
Mitglied seit 1874 an. Er starb am 10. März 1910 in Leipzig.
Schilling', Johannes, wurde am 23. Juni 1828 zu Mittweida
geboren. Schon in früher Jugend kam er mit seinen Eltern
nach Dresden. Er besuchte dort 1842 bis 1850 die Kunst-
akademie, besonders das Meisteratelier von Ernst Rietschel.
Im Jahre 1851 ging er nach Berlin und arbeitete einige Zeit
als Gehilfe im Atelier des Professors Drake. Im Winter-
semester 1851/52 besuchte er den Aktsaal der Berliner Aka-
demie. 1850 ging er nach Dresden zurück, wo er als Gehilfe
des Bildhauers Hähnel Beschäftigung fand und seine Studien
an der Akademie fortsetzte. 1854 reiste er nach Italien,
weilte bis 1856 meistenteils in Rom und trat dort mit Peter
Cornelius in persönlichen Verkehr. Wieder nach Dresden
zurückgekehrt, gründete er ein eigenes Atelier. 1868 wurde
er Professor an der dortigen Akademie und Vorstand eines
Ateliers für Bildhauerei, nachdem er schon vorher eine aus-
gedehnte private Lehrtätigkeit ausgeübt hatte. Von seinen
bekanntesten Werken seien hier die folgenden erwähnt: »Die
Tageszeiten«, vier Gruppen auf der Brühlschen Terrasse in
Dresden (vollendet 1871), das Rietschel-Denkmal dortselbst
(1875), das Schiller-Denkmal in Wien (1876), die Panther-
quadriga auf dem Königlichen Hoftheater in Dresden (1876),
die Phidias-Statue (im Museum zu Leipzig 1876), das National-
denkmal auf dem Niederwald (1883), das Reformationsdenk-
mal in Leipzig (1883), das König Johann-Denkmal in Dresden
(1889), das Semper-Denkmal dortselbst (1892), die Denkmäler
Kaiser Wilhelms I. in Dortmund und in Wiesbaden (1894)
und »Vergangenheit und Gegenwart« am Wettin-Denkmal in
Dresden (1895). Der gröfste Teil der Modelle von Schillings
Werken ist seit 1888 in Dresden zu einem Schilling-Museum
vereinigt. — Von den zahlreichen Auszeichnungen, die Schilling
 
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