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Die Funktionen der
Außenwandbehänge

Wandbehang als Wandschale

Außenwandbehänge bilden an ländlichen Wirt-
schaftsgebäuden wie Feld- und, Hofscheunen sowie in
Giebeldreiecken zahlreicher Wohnstallhäuser häufig
die eigentliche Wandschale. Die Gefache der darunter
liegenden Fachwerkkonstruktion bleiben in diesen
Fällen leer. Das Lagergut der Scheune oder des Dach-
raumes ist durch den Behang gegen Feuchtigkeit
geschützt. Gleichzeitig ermöglicht der Behang die
wichtige stetige Be- und Entlüftung des Bergeraums.“



Aerzen-Grießem, Ldkr. Hameln-Pyrmont, Lipper Straße 11,
Bergeraum im Giebeldreieck mit Brettern beschlagen,
Fotoarchiv/NLD.

Einfache Vertikalbeschläge oder Stülpschalungen stel-
len hier vermutlich die ältesten Formen der Wandbil-
dung und gleichzeitig den Urtyp des Außenwandbe-
hanges dar. Dachziegelbehänge sind in dieser Funk-
tion heute besonders verbreitet. Diese sind meist auf
horizontale Lattungen gehängt und genagelt. Auf die
Nagelung wurde zuweilen auch verzichtet und die
Dachziegel wurden von innen mit einem Stroh-
Lehmgemisch verstrichen. Im engeren Verbreitungs-
gebiet des spaltbaren Sollingsteins wurden auch die
großen Dachsteine zur Wandbildung genutzt.

In Aufbau und Funktion entsprechen diese behäng-
ten Wände einer steilen Dachfläche. Bewusst gestal-
tete Elemente bilden bei diesem Behangtyp die Aus-
nahme.





s SR ! P I
jenwandbehänge 29


Schmid-Engbrodt.



Wandaufbau mit Verbretterung
für ein Fachwerkgebäude mit
Konstruktionsdetail im Schnitt:
Die Gefache wurden nicht bün-
dig, sondern mit einem Rück-
sprung ausgebildet, die Verbret-
terung direkt auf das tragende
Fachwerk aufgenagelt, erstmals:
Marx 1889, Zeitschrift des Archi-
tekten- und Ingenieur-Vereins zu
Hannover, hier entnommen aus:
ME S
Abb. 761.





Entwurfsansicht für eine Villa bei Goslar,
mit reich ornamentierter Verbretterung
beschlagene Villa in Fachwerk, erstmals:
Marx 1889, Zeitschrift des Architekten-
und Ingenieur-Vereins zu Hannover, hier
entnommen aus: Marx 1900, 2. Aufl.,
S29 AD O2
 
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