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Einleitung
Mühlen gehören zur Region Hannover wie zu jeder
Zeitepoche einer nicht nur lokalen Entwicklung. In
den Mühlen spiegeln sich die Lebensgewohnheiten
der Bevölkerung über die Jahrhunderte exemplarisch
wieder. Denn sie zählen zu den ältesten technischen
Errungenschaften, die die Nahrungsmittelversorgung
der Menschen sicherstellte und auch andere ihm nütz-
lichen Gewerke zu verrichten vermochte.
Die Region Hannover, also das heute bestehende Ge-
füge aus dem Stadtgebiet unserer niedersächsischen
Landeshauptstadt und dem seit 1974 in den heutigen
Umrissgrenzen bestehenden Landkreis Hannover, hat
eine sehr alte und umfangreiche Mühlengeschichte.
Als eine wichtige Grundlage für heutige Mühlenfor-
schungen gilt auch für die Region die „Niedersächsi-
sche Mühlengeschichte" von Wilhelm Kleeberg von
1964. Kleeberg, damals vom Landeskonservator Prof.
Dr. Karpa mit der Aufspürung des in Niedersachsen
verbliebenen Mühlenbestandes beauftragt, gilt als Pi-
onier in der Mühlenforschung. Er erfasste mit Hilfe der
Kommunen alle zu dieser Zeit noch existenten Wasser-
und Windmühlen in Niedersachsen, während Motor-
mühlen oder Industriemühlen nur in Ausnahmefällen
Erwähnung fanden. Kleebergs Buch gibt einen guten
Überblick über die seinerzeit in der heutigen Region
Hannover stehenden Mühlen. Damals bestand diese
Region noch aus der Stadt Hannover, dem Landkreis
Hannover und den Hauptteilen der Kreise Burgdorf,
Neustadt a. Rbge. und Springe sowie einem kleine-
ren Teil des Kreises Schaumburg-Lippe. Der damalige
Stand der Forschung ließ jedoch einige historische
Mühlenstandorte, hauptsächlich von Windmühlen,
auf Grund des auch nach dem Krieg immer noch nicht
gänzlich sortierbaren Akten- und Kartenbestandes der
Staatsarchive und der Landesvermessung unberück-
sichtigt.
Auf Grundlage der Daten von Kleeberg erschien 1985
das von Heinz Koberg geschriebene Buch „Mühlen
rund um Hannover", welches durch eine Mischung
aus historischen und aktuellen Fotos die Mühlenland-
schaft des Landkreises Hannover beispielhaft vorstellte
und sich durch knappe und einprägsame Texte auch
dem Mühlenlaien näherte. Kobergs Buch hatte Erfolg,
denn erstmals wurde im größeren Rahmen das öffent-
liche Interesse an Mühlen in dieser Region geweckt.
Vorausgegangen war dem eine mehrmonatige Arti-
kelserie über die hiesigen Mühlen in der Hannover-
schen Allgemeinen Zeitung.
Oft fanden und finden Mühlen jedoch auch in nahezu
jeder heimatkundlichen Abhandlung über die einzel-
nen Ortschaften Erwähnung.
Wichtige Quellen sind historische Landkarten. Für die-
se Region sind insbesondere die von etwa 1760 bis
1786 erstellte „Kurhannoversche Landesaufnahme"
und die um 1890 als Grundlage der heutigen topo-
grafischen Karten erstellte „Preußische Landesaufnah-
me" von Bedeutung.
Historische Fachzeitschriften, Firmenkataloge und
Lehrbücher aus dem Bereich Müllerei und Mühlenbau
liefern zusätzliche Informationen.
Für die historische Quellenforschung bieten die Akten-
und Zeichnungssammlungen der Staatsarchive die
verlässlichsten Informationen. Gerade für das Müh-
lenwesen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sind hier
unzählige historische Unterlagen erhalten geblieben.
Vereins- und Privatarchive ergänzen das Material. Zahl-
reiche Orts- oder Heimatvereine bzw. örtliche Museen
verfügen über umfangreiches Material zur regionalen
Mühlengeschichte. Auch die überregionalen Archive
der Landesverbände zur Mühlenerhaltung für Nieder-
sachsen / Bremen und Schleswig-Holstein / Hamburg
erhalten verschiedene Sammlungen über Mühlen und
Mühlenbau in unserer Region.
Aus der Erforschung und Auswertung von Daten aus
allen genannten Quellen und den unterstützenden
Aussagen von Zeitzeugen ist diese Publikation über
die Mühlen der Region und Stadt Hannover entstan-
den.
Deren Aufbau besteht aus zwei Hauptteilen. Im ersten
Teil werden die regionalen Mühlentypen ausführlich
behandelt. Zudem befasst sich dieser Teil auch mit
dem in dieser Region in der Zeit der Industrialisierung
bedeutsamen Mühlenbaugewerbe.
Der zweite Teil ist ein Katalog, in dem das gesamte
zur Zeit der Drucklegung vorhandene Akten- und
Quellenmaterial zu den einzelnen Mühlenstandorten
berücksichtigt wurde. Dabei sind sowohl ehemalige
als auch existente Wasser-, Wind-, Ross-, Dampf- und
Motormühlen aufgeführt. Zu jedem Mühlenstandort
sind die geschichtlichen Eckdaten, die bekannten Da-
ten zur technischen Einrichtung und bei erhaltenen
Mühlen Angaben zum jetzigen Zustand in Textform,
unterstützt durch zahlreiche Abbildungen, wiederge-
geben. Die erstaunlich hohe Anzahl der Mühlenstand-
orte machte eine textliche Einschränkung auf die we-
sentlichen Kenndaten notwendig.
Einleitung
Mühlen gehören zur Region Hannover wie zu jeder
Zeitepoche einer nicht nur lokalen Entwicklung. In
den Mühlen spiegeln sich die Lebensgewohnheiten
der Bevölkerung über die Jahrhunderte exemplarisch
wieder. Denn sie zählen zu den ältesten technischen
Errungenschaften, die die Nahrungsmittelversorgung
der Menschen sicherstellte und auch andere ihm nütz-
lichen Gewerke zu verrichten vermochte.
Die Region Hannover, also das heute bestehende Ge-
füge aus dem Stadtgebiet unserer niedersächsischen
Landeshauptstadt und dem seit 1974 in den heutigen
Umrissgrenzen bestehenden Landkreis Hannover, hat
eine sehr alte und umfangreiche Mühlengeschichte.
Als eine wichtige Grundlage für heutige Mühlenfor-
schungen gilt auch für die Region die „Niedersächsi-
sche Mühlengeschichte" von Wilhelm Kleeberg von
1964. Kleeberg, damals vom Landeskonservator Prof.
Dr. Karpa mit der Aufspürung des in Niedersachsen
verbliebenen Mühlenbestandes beauftragt, gilt als Pi-
onier in der Mühlenforschung. Er erfasste mit Hilfe der
Kommunen alle zu dieser Zeit noch existenten Wasser-
und Windmühlen in Niedersachsen, während Motor-
mühlen oder Industriemühlen nur in Ausnahmefällen
Erwähnung fanden. Kleebergs Buch gibt einen guten
Überblick über die seinerzeit in der heutigen Region
Hannover stehenden Mühlen. Damals bestand diese
Region noch aus der Stadt Hannover, dem Landkreis
Hannover und den Hauptteilen der Kreise Burgdorf,
Neustadt a. Rbge. und Springe sowie einem kleine-
ren Teil des Kreises Schaumburg-Lippe. Der damalige
Stand der Forschung ließ jedoch einige historische
Mühlenstandorte, hauptsächlich von Windmühlen,
auf Grund des auch nach dem Krieg immer noch nicht
gänzlich sortierbaren Akten- und Kartenbestandes der
Staatsarchive und der Landesvermessung unberück-
sichtigt.
Auf Grundlage der Daten von Kleeberg erschien 1985
das von Heinz Koberg geschriebene Buch „Mühlen
rund um Hannover", welches durch eine Mischung
aus historischen und aktuellen Fotos die Mühlenland-
schaft des Landkreises Hannover beispielhaft vorstellte
und sich durch knappe und einprägsame Texte auch
dem Mühlenlaien näherte. Kobergs Buch hatte Erfolg,
denn erstmals wurde im größeren Rahmen das öffent-
liche Interesse an Mühlen in dieser Region geweckt.
Vorausgegangen war dem eine mehrmonatige Arti-
kelserie über die hiesigen Mühlen in der Hannover-
schen Allgemeinen Zeitung.
Oft fanden und finden Mühlen jedoch auch in nahezu
jeder heimatkundlichen Abhandlung über die einzel-
nen Ortschaften Erwähnung.
Wichtige Quellen sind historische Landkarten. Für die-
se Region sind insbesondere die von etwa 1760 bis
1786 erstellte „Kurhannoversche Landesaufnahme"
und die um 1890 als Grundlage der heutigen topo-
grafischen Karten erstellte „Preußische Landesaufnah-
me" von Bedeutung.
Historische Fachzeitschriften, Firmenkataloge und
Lehrbücher aus dem Bereich Müllerei und Mühlenbau
liefern zusätzliche Informationen.
Für die historische Quellenforschung bieten die Akten-
und Zeichnungssammlungen der Staatsarchive die
verlässlichsten Informationen. Gerade für das Müh-
lenwesen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sind hier
unzählige historische Unterlagen erhalten geblieben.
Vereins- und Privatarchive ergänzen das Material. Zahl-
reiche Orts- oder Heimatvereine bzw. örtliche Museen
verfügen über umfangreiches Material zur regionalen
Mühlengeschichte. Auch die überregionalen Archive
der Landesverbände zur Mühlenerhaltung für Nieder-
sachsen / Bremen und Schleswig-Holstein / Hamburg
erhalten verschiedene Sammlungen über Mühlen und
Mühlenbau in unserer Region.
Aus der Erforschung und Auswertung von Daten aus
allen genannten Quellen und den unterstützenden
Aussagen von Zeitzeugen ist diese Publikation über
die Mühlen der Region und Stadt Hannover entstan-
den.
Deren Aufbau besteht aus zwei Hauptteilen. Im ersten
Teil werden die regionalen Mühlentypen ausführlich
behandelt. Zudem befasst sich dieser Teil auch mit
dem in dieser Region in der Zeit der Industrialisierung
bedeutsamen Mühlenbaugewerbe.
Der zweite Teil ist ein Katalog, in dem das gesamte
zur Zeit der Drucklegung vorhandene Akten- und
Quellenmaterial zu den einzelnen Mühlenstandorten
berücksichtigt wurde. Dabei sind sowohl ehemalige
als auch existente Wasser-, Wind-, Ross-, Dampf- und
Motormühlen aufgeführt. Zu jedem Mühlenstandort
sind die geschichtlichen Eckdaten, die bekannten Da-
ten zur technischen Einrichtung und bei erhaltenen
Mühlen Angaben zum jetzigen Zustand in Textform,
unterstützt durch zahlreiche Abbildungen, wiederge-
geben. Die erstaunlich hohe Anzahl der Mühlenstand-
orte machte eine textliche Einschränkung auf die we-
sentlichen Kenndaten notwendig.



