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Hagen, Rüdiger; Neß, Wolfgang; Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege [Editor]; Institut für Denkmalpflege [Editor]
Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Niedersachsen: Mühlen in Niedersachsen: Region und Stadt Hannover — Petersberg: Michael Imhof Verlag, Heft 44.2015

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.51272#0409
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370 Mühlen in Niedersachsen

Region und Stadt Hannover

Hannover-Herrenhausen
Am Großen Garten
Wasserkunst

Mit der Anlage des Großen Gartens am herzoglichen
Schloss in Herrenhausen stellte sich seit 1674 die Fra-
ge nach der Wasserversorgung für die Fontänen und
Kaskaden. Durch die ebene Lage des Gartens war eine
direkte Speisung nicht möglich, sodass die Anlage ei-
nes höher gelegenen Wasserbehälters erforderlich
war. Erste Versuche des Bergrats Harting mit dem Plan
einer Wasserschöpfmühle nach holländischem Vorbild
und ein Modell des Fontänenmeisters Cadart brach-
ten nicht das gewünschte Ergebnis. 1676/77 wurden
nordwestlich des Schlosses zwei Hochbehälter durch
Soldaten erbaut, die bis 1962 Bestand hatten. Höl-
zerne Rohrleitungen führten das Wasser zunächst
vom Küchengarten in Linden, seit 1687 vom Benther


Am oberen Rand des Planes von 1762 sind links die beiden
Wasserbehälter von 1677 erkennbar. Unten links ist als Ab-
zweig von der Leine der Ernst-August-Kanal: „Neuer Canahl"
mit der Wasserkunst: „Machine zur Grossen Fontaine" ver-
zeichnet. Aus: Hannover im Siebenjährigen Krieg, Niedersäch-
sische Landesvermesung 1991.

Berg zu den Reservoirs. Diese Einrichtung scheint bis
zur Zeit von Kurfürst Ernst August den zunächst be-
scheidenen Ansprüchen zu genügen. Der Wunsch
nach Vergrößerung und Ausweitung sowie einem
längeren Betrieb der Wasserspiele führte seit der
Mitte der 1690er Jahre zu neuen Plänen, die jedoch
alle erfolglos blieben. Erst die Idee von Leibniz, der
1696 vorschlug, einen Kanal von der Leine am Jäger-
hof abzuleiten und bis nach Herrenhausen zu führen,
wo das Wasser aufgrund der Höhendifferenz zur Lei-
ne ein Wasserschöpfrad antreiben konnte, das einen
Hochbehälter versorgte, schien Erfolg zu versprechen.
1697 wurde nach Versuchen von Pierre Denis mit dem
Bau begonnen, jedoch nicht zu Ende gebracht, weil
mittlerweile die Pläne von Maillet mit der Wasserkunst
am Clevertor (siehe dort) zur Ausführung kamen.
Nachdem seit 1714 durch die Personalunion die Re-
sidenz nach England verlegt wurde, kam der König
dort in Kontakt mit dem Geistlichen von Benson, der
bereits ein Wasserwerk mit gutem Erfolg errichtet
hatte. Dieser erarbeitete nun ein Pumpwerk für Her-
renhausen, das ab 1718 erbaut wurde. Südwestlich
des Gartens wurde die Leine aufgestaut und ein Kanal
(heute Ernst-August-Kanal) angelegt, der unterhalb


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