Der Affenspiegel: satyrische Wochenschrift — 1901

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Heft 2.

„Der Affenspiegel".

Seite 5.

prompt bedient wurden, ja selbst in den ostelbischen Schweineställen
herrschte Wonnegrnnzen — cs war ein Tag der Freude.
Die Weltgeschichte hatte bereits Kopfschmerzen bekommen und
der liebe Gott hörte eben, wie ein blutroter Revolutionär einen
russischen Minister ein Mondkalb nannte, als er doch für das
Renomee seiner Gestirne zu fürchten begann nnd den Spaß ab-
bestellte.
Sofort lief die Weltgeschichte wieder normal nnd Alles ging
wieder am Schnürchen. Nur der Revolutionär im Himmel war
nicht zufrieden.
„Lieber Gott" sagte er, „ich denke. Du wärest Sozial-
demokrat geworden?"
»Ja, ja" meinte dieser, „aber die rote Farbe thut meinen
Augen weh. lind überdies ist die Welt leichter zu regieren, wenn
man couservativ gesinnt ist, weil das das Denken doch am
wenigstens in Anspruch nimmt".
Und gegen diese Logik konnte der Revolutionär nicht aus-
kommeu, weil sie eine himmlische Logik war. Der Herausgeber.



An die lieben guten Menschen.

Ihr könnt cs nicht begreifen,
Daß unglücklich ich bin,
Da doch in tollen Streichen
Sich zeig' mein leichter Ginn . . . ?
wißt Ihr, was man im Urwald
Wohl über Darwin spricht?
Nein? — Also schweigt, Ihr Affen,
Ihr kennt die Ulen sch en nicht! U.


OKtÄHSOHS.
Bon Robert Heyman n.
Mein Mädel.

Wenk Macht hat mein Mädel Besuch gehabt,
Ich weiß bas ganr gewiß.
Ts war der Storch, das Teufelsvieh,
Der in das Vein sie biß.
Mm stellt Tuch mal wich Marren vor:
Hab' seht der IVeiber Mei —
Das eine soll ich wiegen in Schlaf,
Mas andere küssen dabei!

Mur Tines versöhnt wich - der kleine Balg
Hal setzt schon den frechesten Mund,
Driun hoff ich, die kleine Dewoiselle
Wird ein richtiger Vagabund.
Ist setzt schon maliliös und frech,
And dessen freue ich wich —
Geb' Volt, daß sie die Menschen dereinst
Venan so ärgert wie ich.
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