Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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Im Einzelnen nun wurden folgende Thatsachen geltend gemacht:
a. Der Abbruch und die Versetzung des Pulverthurms habe
7000 fl. gekostet. Da von der Beschwerde kein Antrag in diesem
Betreff gestellt war, so beruhte sie.
d. Die auf der Brücke errichtete Bildsäule habe 8000 ff.
gekostet, die aus der Stadtkasse entnommen wurden; „man hat unserm
gnädigsten Fürsten (Carl Theodor) auf die Trümmer unserer Wohl-
fahrt Monumente der Pracht errichtet; Er, der in den Herzen unser
aller die schönsten Monumente hat." Trotz dieses Complimentes wurde
diese Sache vom Churfürsten übel vermerkt und die Beschwerdeführer
wurden zur Ruhe verwiesen.
e. Das Carls thor, „eine abenteuerliche Steinmasse" habe un-
geheure Summen verschlungen, deren Verwendung gar nicht begriffen
werden könne; es seien deßhalb Unterschleife wohl zu vermuthen.
Es wird die Einsicht der Stadtrechnungen von den Jahren 1770 bis
1785, in welchen der Bau ausgeführt wurde, sowie Pläne und Ueber-
schläge verlangt und vom Stadtrath gerne gewährt. Daraus geht
hervor, daß ein Herr von Pigage Plan und Ueberschlag gefertigt
hat und zwar den Plan aus drei andern Plänen zusammen, welche
der Stadtrath zu theuer befunden hatte. Der gesammte Bau kostete
die runde Summe von 100,000 fl., allerdings ein um so höherer
Betrag, als die Brücke über den Neckar nur 120,000 fl. gekostet hatte.
Wegen der Unterschleife, die vermuthet wurden, wendete sich die Be-
schwerde gegen Stadtbaumeister Heller, Stadtrentmeister Miller,
Stadtdirektor Sartorius, Stadtbaukuecht Beringer, Metzger
Keidel und den Stadtrath; ^o) jedoch in fast allen Stücken ganz
grundlos.

20) Der Pulvertburm stand beim obern Thor, war schon 1748 so bau-
fällig geworden, daß der Stadtrath um Entfernung bat, weil in Kriegszeiten der
Feind selbst Pulver Hineinthun, anzünden und dadurch die Stadt gefährden
könnte, was früher nicht zu befürchten gewesen sei, da hier keine Häuser gestan-
den hätten. Damals benutzte der Stadtrath die Gelegenheit vorzustellen, daß
über den Stadtzwinger eine neue Straße in das Kallethal angelegt werden solle,
wohin nnrn, vbschon hier schöne Gebäude stünden, nur auf. Umwegen durch die
Stadt und über den Kornmarkt kommen könne.
oo) Dem Stadtbaumeister Heller wurde schuldgegeben, er habe für die
Quadersteine per Schuh 12 Krz. angewiesen, mährend der Accord blos 8 Krz.
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