Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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Hamen unndt stechen wöllen, welches Ihnen der Churfürst gewere
unnd es vilgemelten Görgen befohlen, Jhnn zu binden, wie er dann
auch gethan unnd Ihn zwilchen zwey PferdL gefpannet unnd gehn
Heidelberg in Selten lehr ") füren hat lassen.
Alda er uolgents in der Hoff Cantzley Lxauiiull-t wordenn, auch
über Alles, so er gefragt wordenn, gar richtigen verständigen bescheidt
geben hatt, Unnd nachdem er ein Zeitlang in gefengnüs gehallten,
endtlich also abgeschafft worden, das er allste nicht mehr ans liecht
oder zu schein khommen ist.
Das dieser Erzählung beigesügte Bild stellt den Eysengrein dar,
wie er eben den: Chursürsten in die Zügel fällt; neben daran ist
dargestellt, wie ihn Görg niederschlägt.

XXXI
Herzog Carl III. von Lothringen in Heidelberg.
1603.
Im Jahre 1603 zog Carl III., der alte Herzog von Lothringen,
nach München, um hier seinen Tochtermann Max zu besuchen, be-
suchte auf seiner Rückkehr Stuttgart und Heidelberg.
Bonn dannen (Stuttgart) hatt er sich nach Heidelberg begebenn,
Alda seiner: Herren Vettern den Churs. Pfnltzgrnven Friedrich IV.
auch anzusprechen, Ist also Mitwochs den 26. Oktobris abendts
gegen fünnff uhren, als es schon zimlich tunckel gewesen::, mit un-
geferlich in allem 200 Pferden:: in beleittung deß Hertzogen vom
Würtenberg jüngsten Söhn einer, daselbst zu Heidelberg einkhommen.
Alda dann Höchstgedachte Ihre Churs. Gn. Pfaltzgraff Friedrich
Ihme mit 360 zun: stadtlichsten außgerüsten unnd zun: schönsten ge-
zierten:: unnd geschmückten:: Pferden sambt vielen Grafen, Herren

„Seltener" ein Ausdruck für das „selteu leere" Gefängniß.
'INesLur. xietur. Vol. II. Nro. 33.
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