Alembert, Jean Le Rond d' ; Weissegger von Weissenegg, Johann Maria [Übers.]
Des Herrn von Alemberts Anfangsgründe der Philosophie (Band 1) — Wien, 1787

Seite: 27
Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/alembert1787bd1/0031
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
2?

Trost für die Langeweile; für ihn aber ist ste nichts
anders als eine Sammlung moralischer Erfah-
rungen , welche man mit dem Menschengeschlecht
angestellt hat; eine Sammlung , die viel gedräng-
ter, und vollkommner sein würde, wenn ste nur
Weise verunstaltet hatten, die aber dennoch, so
ungeformt ste auch ist, die größten Mehren in
stch enthalt; die eben so aussteht, wie die Samm-
lungen medicinischer Beobachtungen aller Zeital-
ter , die zwar bei allem ihrem Zuwachse immer
unvollkommen bleiben , aber dennoch den wesent-
lichsten TheLl der Heilungskunde ausmachen.
Die Wahrheiten der Empfindung gehören
entweder zum Geschmacke, oder zur Moral, und
unter diesen zween Gesichtspunkten bieten ste dem
Philosophen die wichtigsten Gegenstände zur Be-
trachtung dar. Die Grundbegriffe der Moral
find mit dem allgemeinen System der Gesellschaft,
mit dem allgemeinen Vortheile des Ganzen, und
dessen Bestandteilen verbunden; die Natur, die
da wollte, daß die Menschen in Gesellschaft le-
ben sollten , hat ste der Sorgfalt enthoben durch
Vernunftschlüsse die Regeln aufzusuchen, nach
denen ste stch wechselseitig betragen sollten ; ste
lehrte ste diese Regeln durch eine Art von Be,
geisterung kennen, und ließ ste diese durch da-
innere
loading ...