Alembert, Jean Le Rond d' ; Weissegger von Weissenegg, Johann Maria [Übers.]
Des Herrn von Alemberts Anfangsgründe der Philosophie (Band 1) — Wien, 1787

Seite: 35
Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/alembert1787bd1/0039
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile

35

wir auch nur einen Verstand ziehen. Stellten
stch die Wahrheiten unserm Geiste in einer un-
unterbrochenen Reihe vor, so würden mir keine
Anfangsgründe zu entwerfen nöthig haben, alles
würde auf eine einzige Wahrheit zurüekgeführc
werden rönnen, von welcher die übrigen Wahr-
heiten nur verschiedene Ausflüsse wären. Es
würden zwar die Wissenschaften ein unbegrenztes
Llabirinrh aber doch kein Mysterium sein, wovon
der höchste Verstand alle die Krümmungen mit
einem Blick übersähe, wir aber den Faden hiel-
ten. Allein dieser so norhwendige Wegweiser
mangelt uns; in tausend Oertern ist die Kette
der Wahrheiten unterbrochen; wir können nur
mittelst unsrer Bemühungen, Versuche, und
selbst der Verirrungen, einiger Glieder davon hab,
haft werden : einige hangen zusammen, und ma-
chen gleichsam verschiedene Ketten aus, die in
einem einzigen Ring zusammenlaufen ; andre sind
isolirt, und gleichsam schwimmend, sie stellen
die Wahrheiten vor, die mit andern nicht ver,
kettet stnd.
Allein welche Wahrheiten gehören in den
Umfang der Anfangsgründe der Philosophie?
Es giebt ihrer zwei Arten : diejenigen welche
daö erste Glied in jedem Theile der Kette aus-
C 2 ma-
loading ...