Alembert, Jean Le Rond d' ; Weissegger von Weissenegg, Johann Maria [Übers.]
Des Herrn von Alemberts Anfangsgründe der Philosophie (Band 1) — Wien, 1787

Seite: 39
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so folget aus dieser Übereinstimmung, daß die
Wahrheiten der Geometrie nicht unter die be-
kannten , abgedroschenen Streitfragen gehören,
die man über die Beschaffenheit der Ausdehnung
aufgeworfen hat; der Philosoph wird demnach
auch nicht in der Auflösung dieser Fragen die er-
sten Prinzipien der Philosophie suchen , er wird
seinen Sehpunekt höher, und weiter hinausrü-
cken. Er wird aus den Eigenschaften der Aus-
dehnung, die in der Geometrie bewiesen, und
ohne Widerspruch zugegeben werden, die Folge
ziehen, daß alle Menschen von der Beschaffen-
heit der Ausdehnung Ideen gemein haben, daß
es einen allgemeinen Punkt gebe, worin« stch alle
Seekten gleichsam wider sich selbst vereinigen;
daß gewisse allgemeine, und einfache Prinzipien
eristircn, wovon sie alle, ohne-es selbst gewahr
zu werden, ausgehen ; solche Prinzipien, welche
zwar durch Wörterzank verdunckelt, oder aber
beiseite gesetzt worden sind, ohne daß doch der
Keim davon erstickt wäre. Diese sind jene all-
gemeinen , ursprünglichen, und vom Nebeldunst,
womit sie der Sophist einzuhüllen trachtete,
gereinigten Begriffe, die der Philosoph zusam-
menfaßt, um daraus die Grundlage der geome-
trischen Wahrheiten zu bilden. Obgleich die
Bewegung der Gegenstand der Mechanik ist,
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