Alembert, Jean Le Rond d' ; Weissegger von Weissenegg, Johann Maria [Übers.]
Des Herrn von Alemberts Anfangsgründe der Philosophie (Band 1) — Wien, 1787

Seite: 61
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-Dadurch wollen wir ganz und gar nicht die
Analyse tadeln, die ein Philosoph unsrer Zeit
mit unfern Sinnen vorgenommen hat, indem er
untersuchte, was ein jeder Sinn für sich allein
genommen uns lehren kann, und was sie ver-
einigt vermögen. Wir meinen nur, diese Me-
thode sei für Anfangsgründe zu lang. Man
muß hier den Menschen nehmen, wie er ist,
nicht wie er im strengsten Verstände sein könnte.
Jedoch um den Menschen zu nehmen, wie
er ist, hat man eben nicht nörhig ihn mit allen
seinen Sinnen zu betrachten; eö ist genug, wenn
man ihm denjenigen unterstellt, welcher mit der
Existenz unsrer Körper wesentlich verbunden
scheint, denjenigen nämlich, besten kein Mensch
jemals gänzlich beraubt ist, mit einem Worte
das Fühlen (W "siouclrer). Der Philosoph
wird demnach der Absicht der Natur folgen,
wenn er sich an das Fühlen, als an denjenigen
unsrer Sinne halt, welcher uns wirklich die Exi/
stenz der aussern Körper zu erkennen giebc. Die
Jmpenetrabilität, diese wesentliche Eigenschaft
der Körper wird uns nur blos durch das Füh-
len bekannt; eine neue Beobachtung, die dem
Metaphysiker das Fühlen als den Sinn anzeigt,
mit dem er sich hei ähnlichen Untersuchungen be?
helfen kann. Nach-
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