Alembert, Jean Le Rond d' ; Weissegger von Weissenegg, Johann Maria [Übers.]
Des Herrn von Alemberts Anfangsgründe der Philosophie (Band 1) — Wien, 1787

Seite: 80
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eiugehüllet habe. Aber ungezweifelt war diese
Dunkelheit nicht hinreichend sie zu entschuldigen;
sie waren in dem Falle der Völker, die Gott
durch ein eben so gerechtes, als unbegreifliche-
Urtheil ewig strafen wird, weil sie die christlichen
Glaubenswahrheiten nicht kannten; eine schreck-
liche Wahrheit, welche zu glauben uns der
Glaube verpflichtet.
Der Metaphysiker, den das ^icht der Re-
ligion erleuchtet, wird sich durch die Trugschlüsse
nicht blenden lassen, wodurch man die Existenz
Gortes angreifen kann. Er wird sogleich (was
an sich selbst evident ist), die Norhweudigkeirder
Existenz eines ewigen Wesens festsctzen; er wird
ferner zeigen, daß das ewige Wesen von der
Welt verschieden sey; daß die physische Anord-
nung des Universums nicht das Werk einer geist-
losen, und unverständigen Materie sein könne;
er wird es nicht wagen die Allmacht Gottes,
seine Vorsicht, und sein ewiges Wissen mit der
menschlichen Freiheit vereinigen zu wollen, weil
ihn Gottes Ausspruch selbst lehret, die Uiberein-
stimmung dieser Wahrheiten sey über die Ver-
nunft erhaben; er wird nicht der stolzen Philo-
sophie nachahmen, die es wagte diesen Abgrund
zu sondiren, und sich nur darin verlor; nichts
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