Alembert, Jean Le Rond d' ; Weissegger von Weissenegg, Johann Maria [Übers.]
Des Herrn von Alemberts Anfangsgründe der Philosophie (Band 1) — Wien, 1787

Seite: 98
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UM die Menschen durch die Furcht zu leiten 5
und so zu sagen die Maschine in den Gang zu
bringen. Von zwo ähnlichen , aus Wesen , die
nicht frei waren, zusammengesetzten Gesellschaf-
ten würde diejenige, welche Gesetze hätte, im-
mer weniger der Unordnung ausgesetzt fein, weil
sie, wenn man so sagen darf, einen Ordnungs-
richter sreAularcur) mehr hatte. Die physische
Nothwendigkeic der Gesetze wurde in dergleichen
Gesellschaften unabhängig von der menschlichen
Freiheit sein; allein in der Gesellschaft, fo wie
sie nun ist, aus freien Wesen zusammengesetzt,
verändert sich diese physische Ncthwendlgkeic in
moralische Billigkeit. Im ersten Falle waren
die Gesetze nur allein norhwendig; im zweiten
sind sie nothwendig, und gerecht.
Diese Bemerkungen, die sich wesentlich auf
die vorläuftigen Fragen der Moral beziehen ,
schienen uns unumgänglich nothwendig zu sein,
damit wir unsre seser vor wenig genauen Be-
griffen warnten, die einige Philosophen von die-
ser Wissenschaft, und den Wahrheiten, worauf
sie gegründet ist, gegeben haben, und damit
wir sie zugleich einsehen lehrten, wie diese wich;
tigen Wahrheiten sollen behandelt werden-

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