Alembert, Jean Le Rond d' ; Weissegger von Weissenegg, Johann Maria [Übers.]
Des Herrn von Alemberts Anfangsgründe der Philosophie (Band 1) — Wien, 1787

Seite: 137
Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/alembert1787bd1/0141
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile

IZ7
obachtung der Gesetze handhabet. Diese Macht
besitzt nun entweder der ganze Staatskörper ins-
gesammt, oder ein Theil der Bürger, oder auch
nur ein einziger; dadurch werden die drei Ne«
gierungsarren, die Demokratie, Aristokratie,
und Monarchie bestimmt. Das Detail dessen,
was sowol der einen als andren besonders zu-
kömmt, gehört ganz und gar nicht zu den Am
fangsgründen der Moral ; die nachstehende
Skizze enthalt die hauptsächlichsten Punkte, bei
welchen man sich verweilen muß.
Einerseits schleichen sich die Misbräuche
weit leichter in einem grossen, als kleinen Staat
ein; sie sind auch in diesem weit schwerer zu der«
bessern; andrerseits aber hat ein grosser Staat
mehr Hülfsquellen in sich selbst, sowol zu sei-
ner Aufrechthaltung, als auch Vertheidigung,
Es ist demnach eine schöne Frage in der gesetz-
gebenden Moral; ob es gut sei, daß es grosse
Staaten giebt; und welches der Grad der Ver-
grösserung für jeden Staat, und die Art der
Regierung sei, die sich vorzüglich für den Ka-
rakter der Völker schicket?
Wenn der Staat nicht insgesammt genom-
men Gesetzverwalter ist, so ist der besondre
A .5 Staats-
loading ...