Alembert, Jean Le Rond d' ; Weissegger von Weissenegg, Johann Maria [Übers.]
Des Herrn von Alemberts Anfangsgründe der Philosophie (Band 1) — Wien, 1787

Seite: 251
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ists, daß auch schon die Alten die verschiedenen
Hypothesen hacken. welche die Neuern das
W'ltsyftem zu erklären ersonnen haben; und
man wird sich darüber nicht wundern , wenn
man bedenkt, daß bei derlei Dingen sich die
wahrscheinlichen Hypothesen dem Geiste ziemlich
natürlich darbieten, daß die Combinationen der
Haupkideen bald erschöpft sein, und durch eine
Art von gezwungner Revolution allrnählig die
einen durch die andern ersetzt werden müssen.
Ungezwcifelt ist dieö der Grund, warum wir
heutiges Tages in unsrer Phystck fast keinen
Hauptgrundsatz haben, wovon wir nicht einige
Erklärung, oder doch wenigstens eine Erwäh-
nung bei den Alten fanden. Vielleicht ist auch
dies die Ursache, warum die moderne Philoso-
phie in mehreren Stücken demjenigen nahe ge-
kommen ist, was man im ersten Zeitalter der
Philosophie gedacht hat; weil es scheinet, der
erste Eindruck der Natur sei uns richtige Ideen
zu geben, die man bald aus Ungcwisheit, bald aus
hiebe zur Neuheit verlaßt, und zu welchen man
am Ende doch wieder zurückkehren muß. Alles,
was es immer sein mag, so die Alten über das
Weltsystem ersonnen haben, oder wenigstens,
so wir von ihren Meinungen darüber wissen,
alles das ist ss schwanckcnd, und übel bewiesen,
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