Alembert, Jean Le Rond d' ; Weissegger von Weissenegg, Johann Maria [Übers.]
Des Herrn von Alemberts Anfangsgründe der Philosophie (Band 1) — Wien, 1787

Seite: 252
Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/alembert1787bd1/0256
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
252

daß man daraus kein reelles Licht erhalten kann.
Man vermißt darin gänzlich die precisen, ge-
nauen, und riefen Detaile, welche der Probier,
stein von der Wahrheit eines Systems sind,
und welche gewisse Schriftsteller gerne die Aussen^
gestalt der Wahrheit nennen möchten , die aber
wirklich ihr Körper und ihre Substanz sind,
weil sie die scharfsinnigsten und unläugbarstcn
Beweise enthalten, und folglich die Schwierig-
keit, und das Verdienst derselben ausmachen.
Was schadet es dem Ruhme des Kopernickus,
daß einige alte Philosophen die Bewegung der
Erde geglaubt haben, wenn die Beweise, die
sie davon gaben, nicht zureichten zu verhindern,
daß nicht der gröste Theil die Bewegung der
Sonne glaubte? Was beeinträchtiget es einem
Newton, daß Empedockles oder andre einige
schwankende, und ungebildete Ideen vom Sy-
stem der Schwerkraft ( Oraviration) hatten,
wenn diesen Ideen die nothwendigen Beweise
sie zu unterstützen mangelten? Umsonst glaubte
ein berühmter Gelehrter, welcher unsre Hypothe,
sen, und Meinungen auS der alten Philosophie
zeigete, sie von einer ungerechten Verachtung
zu retten, mic der wahre Gelehrte, und gute
Köpfe ihr nie begegneten. Seine Abhandlung,
wie ich glaube, schadet weder den Neuen be-
son-
loading ...