Alembert, Jean Le Rond d' ; Weissegger von Weissenegg, Johann Maria [Übers.]
Des Herrn von Alemberts Anfangsgründe der Philosophie (Band 1) — Wien, 1787

Seite: 277
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Wer immer über die Art nachdenken will,
wie man in der Optick diese verschiedenen Eigen-
schaften des Lichtes beweiset, wird sich nicht
wundern, dasi der berühmte blinde Sauttdev--
svn öffentliche Vorlesungen über diese Wissen-
schaft hielt, ohne eine Idee von der Art zu ha-
ben , wie die Lichcstralen daS Gesicht hervor,
bringen. Es war ihm genug diese Stralen für
Bündeln von geraden Linien zu halten, welche,
indem sie auf die Augen wirken, beiläufig die
Wirkung des Fühlens veranlassen; nur mit dem
Unterschiede, daß das Fühlen durch die unmit-
telbare Berührung verursachet wird , und das
Sehen durch die Einwirkung einer Materie,
die sich zwischen dem Auge, und dem leuchten-
den Körper befindet, beinahe so geschieht, wie
ein Blinder mittelst seines Stockes die von ihm
entfernten Körper erkennt. Nachdem diese Vor-
aussetzungen einmal gemacht w-rden, waren
Liese optischen Gesetze für einen SüUNhev'solt
nur Theoreme der reinen Geometrie, die er
eben so bewies, als wie die eines Euklids,
und worinn man wirklich die nämliche mathe-
matische Evidenz findet.
Es braucht vieles diese Evidenz auch in
den Theil der Optick zu bringen, worinn die
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