Alembert, Jean Le Rond d' ; Weissegger von Weissenegg, Johann Maria [Übers.]
Des Herrn von Alemberts Anfangsgründe der Philosophie (Band 1) — Wien, 1787

Seite: 290
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fluffigen Körpers zu bestimmen. Diesen Schrift-
stellern zufolge wird das in jedem Moment
herauöströmende Flüssige durch daö Gewicht einer
jeden Säule gedrückt, derer Basts es ist. Die-
ser Satz ist augenscheinlich falsch, wenn das
Flüssige aus einem Gefäße stießt, so ganz offen,
und ohne Boden ist. Denn da steigt der flüssi-
ge Körper wie eine feste, und schwere Masse
herab, ohne daß feine Theile einige Wirkung
aufeinander Herdorbringen, weil sie sich alle mit
gleicher Geschwindigkeit bewegen. Wenn das
Flüssige durch eine im Boden gemachte Oefnung
durchfließt, dann kann wirklich der Theil, wel-
cher in jedem Moment herausströmmt, durch
die schräge Seitenwirkung der Säule, die auf
den Boden, einigen Druck leiden; allein wie
will man beweisen, dieser Druck fei (hauptsäch-
lich wenn das Flüssige in Bewegung ist) dem
Gewicht der Säule des flüssigen Körpers ganz
gleich, dessen Basts die Oefnung des Bodens
wäre?
Uibrigens darf man nicht verhehlen, daß^
wenn man den Kalkül scharf auf die Gesetze
der Bewegung, und der Wirkung flüssiger Kör-
per anwenden will, man bei dieser Erklärung
mehr Schwierigkeiten, als man wohl dabei der,
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