Alembert, Jean Le Rond d' ; Weissegger von Weissenegg, Johann Maria [Übers.]
Des Herrn von Alemberts Anfangsgründe der Philosophie (Band 1) — Wien, 1787

Seite: 312
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und die alte Geometrie konnte nicht so weit aus-
langen - ob sie gleich sonst sehr tief, und gelehrt
war. Es scheinet gar wohl - daß sie dies ge-
fühlt haben; denn ihre Methode zu Philosophie
ren, wir können es nicht oft genug sagen, war
vernünftiger als wir es uns gemeiniglich einbil-
den. Man muß ihnen also, wenn man so re-
den darf, ihre Unwissenheit in diesem Stücke zu
gut halten, da sie jenes nicht zu erreichen trachs
tsten, was sie unmöglich wissen konnten, und
nicht suchten es den seuten ein^uraumen, daß
sie's erlangt hätten. Die neuen Meßkünstler
wüsten sich in diesem Betracht besser zu helfen,
nicht weil sie den Alten überlegen, sondern weil
sie seitdem erst gekommen sind. Wir befinden
uns durch die Vollkommenheit der Analyse, und
die Erfindung neuer Kalkül im Stande, der
Meßkuust sehr verwickelte Phaenomene zu unters
werfen.

Es wäre nur zu wünschen, die Meßkünst-
ler hatten nicht manchmal die Leichtigkeit mis-
braucht, die sie in der Anwendung des Kalküls
auf gewisse Hypothesen fanden. Oft ist es die
Begierde vom Kalkül Gebrauch machen zu kön-
nen - welche sie bei der Auswahl der Grundsätze
lei-
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