Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1785 (1787)

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Supplemente
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GESCHICHTE.
Hannover, in der Helwingischen Hofbuch-
handlung : F. C. fif Fisihers· Gefihichte
des deutfihen Handels der Schissarth, Fisiherey,
Ersindungen, Kiinfte, Gewerbe, Manufachcren,
der Landwirthfchast , Polizey , Leibeigenfihast ,
des Zoll - Münz - z/nd Bergwesens , des iNechsil-
rechts, der Stadtwirthsihast und des Luxus. Lwey-
ter Theil. 1785- 656 S. 8-
Aus diesen zweyten Band setzt der VerfaiTer
selbst mehr Werth, als auf den erden, wegen der
grössern Auswahl und des Reichthums der Nach-
richten; und entschuldigt seine Eilsertigkeit und
deren Folgen auf die Arbeit selbst mit einer ge-
wißen (dem Rec. nicht einleuchtenden) Nothwen-
digkeit. Dieser Band fängt mit der letzten Hälf-
te des ißten Jahrhunderts an, und schliesst schon
mit der Mitte des löten. Zur Anordnung hat der
Vf. hauptsächlich die (unbequeme) Abtheilung nach
Jahrhunderten gewählt, jedes Jahrhundert aber nach
einem meidens gleichen Zuschnitte abgehandelt.
Eines befriedigenden Auszuges ist das Werk gar
nicht fähig, weil es gutentheils nur eine nach ei-
nem willkuhrlichen Plane angeordnete Sammlung
einiger Tausende von Excerpten ist, welche, wo
nicht zum Beweise, doch zur Erläuterung der Ru-
briken des Buches dienen süllen. Da man aber
hoffen darf, dass das Publikum bald eine neue
Aussage nöthig machen, der Vers. aber an seinem
Fleisse zur Vervollkommnung des Werks es nicht
fehlen lallen werde; da ferner die Wichtigkeit des
Buches, auch in seiner jetzigenBeschaffenheitvor-
zügliche Aufmerksamkeit zu erfodern scheint; so
will der Recens. sowohl den Hauptinhalt den Le-
iern kürzlich darlegen, als auch einige seiner Be-
merkungen zu weiterer Prüfung mittheilen.
Den Ansang macht I. die Gesihichte der Han·
Ja in der letzten Hälfte des ißten Jahrhunderts.
Sie ist aus bekannten Quellen geschöpft. Der Vs.
unterscheidet richtig ältere innungsmässige Pri-
vatgesellschaften zur gemeinsamen Betreibung des
Handels, welche Hanfae genannt wurden, und
öffentliche, auf Staatsverträge gegründete, Verbin-
dungen. Dadurch glaubt er die verschiedenen Mei-
AbL, Z> 1785. Supplementband,

nungen über die Zeit des Ursprungs der Hanss;
vereinigen zu können. Nach seiner Angabe schlof-
sen Hamburg und Lübeck im Jahr 1241 zuerst ei-
nen solchen Vertrag zur Sicherung der Strassere
zu Wasser und Lande (auf bestimmte Zeit nemlich)
welchem 1247 Braunschweig, und nachher die
wendischen Städte an der Ostsee beytraten, wor-
auf denn gar bald der Bund sich so ausbreitete,
dass die wichtigsten Städte an der Ostsee bis nach'
Liessand hinauf und durch Niedersachsen bis über
den Rhein und an die Nordsee hin, auf irgend ei-
ne Weise dazu gehörten. Im Jahr 1260, meldet er,
wäre der erste grosse Hansatag zu Lübeck gehal-
ten und zu den vier grossen Comtoiren oder Nie-
derlagen in Russland, Norwegen England und
Flandern theils der Grund gelegt, theils sonst Ein-
richtungen getroffen worden. Der Röm. König
( nicht Kaiser ) Rudolphi habe dem Bunde 1275 das
Recht, Verträge zu schliessen, beftätiget. — Hie-
bey hätte der VerfaiTer genauer und vollständiger
seyn können. Genauer i denn es ist die eigentliche
Beschaffenheit dieles von ihm sogenannten Staats-
vertrages eben so wenig hinlänglich bestimmt, als
andre Angaben. Hollfiändiger; denn der Verfaß',
hätte mehr als noch einmal so viel Nachrichten
mittheilen können, wenn er zu mehrern Quellen
gegangen wäre, welche er, als ein bekanntlich
gelehrter Germanist, kennen musste. So hat er
ein Hauptbuch zur Hanseatischen Geschichte: Dreye-
ri spec. jur. publ. Lubec. — vom Strandrechte—·
unmittelbar gar nicht gebraucht, würde aber darin
ausser vielen Nachweisungen eine Menge der wich-
tigsten Urkunden angetroffen haben — andrer
Quellen jetzt zu geschweigen. II. Handelsgrund
der Hanfa — enthält grundlofes Raisonnement.
HL liefert dagegen schöne Nachrichten vom Le-
vantischen Waarenzuge über Kaftä , Nowgorod
etc. nach der Ostsee. Eben so beschreibt der Verf.
in Nro. IV den Lies - und Esthländilchen Handel
und die Niederlage zu Nowgorod, — wo wir
wünsehten, dass der Verf. auf die Verhältnisse die-
ser Stadt gegen die Litthauischen Grossfürllen ei-
nige Rücksicht genommen hätte. Der Ste Ab-
schnitt, der die Gefihichte des Comtoirs zu Bergen
und des nördlichen Handels erzählt, hätte aus
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