Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1785 (1787)

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N umero 12,

GOTTESGELAHRTHEIT.
I .eipzig, bey Weygand: Biblisches Real - Lexi-
’B'-J con über biblifche und die Bibel erläuternde al-
te Gefchichte, Erdbeschreibung, Zeitrechnung, Al-
terthiimer wid'morgenländifche Gebräuche, Natur-
lehre, Naturgcfchichte, Religionsgefchichte, Ifago-
gik, Onomatologie der in der Bibel vorkonimenden
interessanteften Perfonen etc. Erster Band A bis D.
1783- 338 S. Zweyter Band. E bis Μ. 1784.427
S. Dritter Band. N bis Z. 1785· 453 S. in gr. 4.
Wir haben hier den erilen Theil eines Werks
vor uns liegen, das nicht nur für den Theologen
sehr brauchbar, sondern auch überhaupt Jedem,
der seine Bibel nach den darinnen enthaltenen Sa'
chen für sich verliehen lernen will, ganz unent-
behrlich ist. Man findet darinn nicht etwa bloss
zusammengetragene Meinungen über die auf dem
Titel versprochene Materien , sondern grössten-
theils ausführliche und umständliche Erklärungen
derselben , wobey die bellen Quellen gebraucht
und auch häufig angeführt worden sind. Haupt-
sächlich verdienen die meiilen aus der Naturkunde
zur Erläuterung der heiligen Schrift behandelten
Gegenilände geschätzt zu werden. Freylich ilöss
man hier und da auch auf Artikel , welche
nicht ganz befriedigend sind; z. B. Senskorn, Zi-
him, Chriss, Gog, Stoiker, Woche, Riechen. Al-
lein man müsste die Schwierigkeiten, welche mit
einer so weitläufigen und mühsamen Arbeit ver-
bunden sind, nicht zu beurtheilen wißen, wenn
man hier überall auf einmal Vollkommenheit ver-
langen wollte, wo feile Grundlage schon grosses
Verdienil iil. Das ganze Unternehmen war wohl
im Grunde Buchhändlers-Speculation, welche Eil-
fertigkeit verlangte. Diese machte gleich Anfangs
eine Abänderung im Plan, und bald darauf auch
eine Vertheilung der Arbeit unter mehrere Gelehr-
te nothwendig. Auf diese Art haben wir nun
zwar den erilen Haupttheil dieses Werks früher er-
halten; aber wir werden ihn auch wohl gewiss
nach einigen Jahren noch einmal in vollkomnerer
Geilalt kaufen müßen. Es süllte nach der erilen
Ankündigung von Hn. Hofr. Hezel eine Biblische
Real - und Verbal - Concordanz in drey Bänden wer-
A, L· Z. 1785. Supplementband.

den, in welchen, wie im Büchner, oder in jeder
andern Concordanz, alle Titel nach einander wür-
den gefolgt seyn. Statt dessen iil nicht nur bey
dem veränderten Titel einer Bibltschen - Real und
Verbal - Lexicons das Real - Lexicon von dem Ver-
bal - Lexicon getrennt worden , sondern man hat
auch aus dem Real - Lexicon zxvey abgesonderte
Theile gemacht, so dass das ganze Werk aus drey
Haupttheilen beilehen, und jeder für sich ein be-
sonderes Ganze ausmachen soll. Den erilen Haupt-
theil haben wir hier in drey Bänden vor uns. Der
zweyte, deßen Bearbeitung die Herren Rofenmid-
ler und Husnagel übernommen haben, wird sich
über eigentl, Glaubens - und Sittenlehre erllrecken;
und der dritte iil dann zum biblischen Verbal-Le-
xicon beilimmt. Schon in dem erilen Band des
erilen Haupttheils, von welchem wir hier reden ,
hat Hr. H. wegen vieler anderen Arbeiten 84 Ar-
tikel, die am Ende des erilen Bandes angegeben
worden, sind, zween andern gelehrten Mitarbei-
tern übertragen ; nämlich 42 Titel von palästini-
schen Städten dem Hn. Pailor Schwabe zu Eichel-
born ; und 42 Namen bibhscher Personen dem Hn,
Frühprediger zu Ilmenau und Pfarrern zu Stützer-
bach, Weise. Und in dem 2ten und 3ten Bande
sind nur die mit * begezeichneten Titel von Hn.
H., weil Er sich, um das Werk nach demWunsch
der Verlagshandlung defi:o geschwinder zu endigen*
entschliessen musste, den grössern Theil der Ausar-
beitung dem bereits durch mehrere gelehrte Schrif-
ten bekannten Hn. Mag. Kocher in $ena zu über-
laßen. Hr. Hezel hat im 2ten B- nicht mehr als
49 Artikel ausgearbeitet, und zwar nur die ?ur
Naturhiilorie gehörigen; und im ßten B. sind gar
nur in allem 18 Artikel gleichenInnhalts von ihm,
die noch dazu sehr kurz und minder vollilän-
dig sind. Dagegen sind die Artikel, welche H.
Μ. Köcher bearbeitet hat, oft ziemlich weitläuftig.
Ausser dieser Ungleichheit in der Bearbeitung ein-
zelner Artikel entllund noch durch den veränder-
ten Plan und durch die Vertheilung der Arbeit un-
ter mehrere Gelehrte eine grosse Unbequemlich-
keit für Jeden , der das Werk brauchen will.
Denn, ohne noch zu erwähnen, dass man, nach
dem veränderten Plan, in mehreren Theilen das,
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