Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1785 (1787)

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Supplemente


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Numero 34.



OE KO NOM IE.
Eisknaöh, bey Wittekindt: Wilhelm. Heinrich
Käplers kleiner Forftcatechismus für junge An-
hänger im Forstwesen. 1/85- 88 $· 8· (4 gr·)
ö Handelt in Frag und Antworten von den mei-
nen bey uns bekannten Holzarten, von der Eiche
an bis zum Brombeerstrauche, ungesähr nach fol-
gendem Zuschnitte : „Wie vielerley giebt es Ei-
schen? Wie heissen solche ? Sind sie vor ein-
wander kenntbar? Wie aber? Wie vielerley Blü-
hten haben die Eichen? AVelches sind die männ-
lichen Blüten ? Wie liehet die weibliche , öder
„sruchtbringende Blüte ? Wann blühen solche ?
„Wie lange liehen .sie ? Wann werden sie reif ?
„Ist auch ein Unterschied der Frucht ? Woher
„mag dieses wohl kommen? Sind solche Eicheln
„brauchbar ? Haben die Masien auch besondere
„Benennung? u. s. w, Von gleichem Werthe lind
•auch die Antworten; richtig genug, doch ohne
■alle die gedrängte Kürze und Auswahl, die einer
iolchen, ohnehin so weitschweisigen,Methode durch-
aus nöthig ill. Am überssiissigsten sind .die unbo-
tanischen Beschreibungen der Blüten , und die
Menge der angeführten Trivial - Synonymen. in
denen gleichwohl mancher Strauch , zwanzig Mei-
len von der Gegend des Hn. Ä^ersailers , nicht
•mehr erkannt werden wird. Doch er Schreibt
ausdrücklich nur für die erften Anfänger, und für
diele iß eine so wohlfeile Anleitung immer brauch-
bar,
NATU RGESC HI CH TE,
Salzburg, in der Joh. Jos, Mayers feel. Er-,
bin Buchhandlung : Naturhißorifche Briese über
Oeftreich, Salzburg, Passau und Berchtesgaden, von
Franz von Paula Schrank , der Theologie Doch
Kutpsälzbaierschen wirkt geiltljch.en Rath , Direkt,
der ökonomischen Gesellschaft zu Burghausen u.
s. w. und Karl Ehrenbert Ritter von Moll, Gellrei-
chischen Landmann, Mitglied der ökonomischen
Gesellschast zu Burghausen u. s. w. 1785. gr. g.
Erller Band 332 S. Zweyter und letzter Band
457 S- mit 3 Kupfertafeln.
J. L, Z. 1785. Supplementband»

Der Hr. Ritter von Moll liefert uns hier die
zwilchen ihm und dem Hn. D. Franz von Paula.
Schrank gewechselten Briefe. über die genannten
Länder, welche dem Natursorscher nicht anders,
als sehr angenehm seyn können, weil die Natur-
geschichte manche neue Zusätze erhält. Der er-
ste rühmt das physikalische Kabinet zu Linz unter
der Aussicht des Hn. Prof. Racher, der dieMaschi-
nen aus demselben grösstentheils eigenhändig ver-
sertigt , auch das Kabinet und den ökonomisch - bo-
tanischen Garten des Hn. Radis Schiffermiiiler, über
dessen seltene Gewächse er botanische Anmerlcun-
gen auch zur Berichtigung des Linne macht. Er sall
hier den sogenannten Zwergtrappen, Otis Tetrax,
der zum Beweise , dass er hier nicht seiten ift, von
den Landleuten Haidehühnchen genannt wird. Der
Druckfehler pcdibus tetradaclylis steht in der loten
Edition des Linne nicht. Im zweyten Briefe wird
aus Hn. Sölmanns Naturaiiensammlung , ebensalls-
zu Linz, eine Fischförmige Eidcxenari , die uni
Linz angetroffen wird ; und von inländischen Fl-
iehen der Salmling von Gmunderfee angeführt. In
dem dortigen sandigen Boden findet man auch
verfeinerte Haizähne. Aus dem 3-ten Br., welcher
die Mineralien, besonders die Porzelanerde, JUa.s~
ferbley. und Talkende, auch die Perlenmuscheln (Mya
Arenaria) des Ilkßu ff es und ein paar Alpenpssan-
zen in niedern Gegenden beschreibt, verdient die
Meinung des Hn, S, über die Alpenpssanzen aus»
gezeichnet zu werden. Er glaubt, dass sie ur-
sprünglich keinen besondern Standort gehabt ha-
ben. Sie befanden sich im Thale so gut, wie auf
den Bergen. Aber hier, wo ihre Wurzeln und
.der Zussuss der Säfte schwächer waren , wurde
aus ihnen ein anderes Gewächs , das der Kälte
mehr Trotz bieten und aromatischere Säfte erzeu-
gen konnte, als im Thale, wo selbst die grösse-
re Menge von Säften ihnen im Winter todtlich
wird. Es laßen sich daraus sehr nutzbare Folgen,
auch sür die Cultur ausländischer Gewächse , haupt-
sachlich durch den Samen , herleiten. Der 4te
bis Ute Brief vom Hm von Moll ill eine Beschrei-
bung seiner Reisen am Zillerthale, Eine Bemer-
kung, die er aber nicht mittheilt, überzeugte ihn,
dass der hieroglypldsche und traurige Eallkäfer,
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