Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1785 (1787)

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vom Jahre 178$.

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Numero 4t

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GOTTESGELAHRTHEIT.
H .eipzig, bey Weidmanns Erben und Reich:
Glossae sacrae Hesychii, graece ex uniuerso il-
lius opere in usum interpretationis libr. sacr, ex-
cerpsit, emendavit notisque illustravit fyo’n. Chr.
Gottlieb Ernefti, Profess. Philosoph. P. E. Accesse-
runt praeter dissertationem de Glossis sacris Hefychii
Glofyae gr. in Pfalmos ex Catal. Mflovum Bibi. Tau-
rinens·. denuo editae. 8· 1785· 306 S. Vorr. XXXII. S.
Herr£. hatte uns schonimj. 1783 in einem Pro-
gramm de GloJJis facris Hesychii zu einer vollständi-
gen Sammlung der biblischen Glossen aus dem He-
sychius Hoffnung gemacht, und sich in jener reich-
haltigen Schrift, die hier als Einleitung zu dem
Werke mit einigen Veränderungen wieder abge-
druckt worden ist, als einen so geübten, sckarffin-
nigen und unpartheyischen Kritiker gezeigt, dass
wir mit grosser Erwartung und Zuversicht der Er-
füllung seines Versprechens entgegen sahen. Und
nachdem nun diele mühsame und gelehrte Arbeit
geendigt ist, verdient Hr. E. unstreitig allgemeinen
Dank; gesetzt auch , dass sowohl der Plan , nach
welchem er gearbeitet hat, als auch die Bearbeitung
einzelner Glossen selbst, nicht überall allgemeinen
Beyfall finden dürste. Den Plan legt Herr E. in
der Vorrede deutlich vor Augen, und macht
die Leser dadurch zugleich mit dem Gegen-
stande seiner Unter Eichungen und mit der Art, wie
er ihn behandeln zu müssen glaubte, bekannt. He-
sychius ist nämlich bey Profanschriftstellern allerdings
brauchbarer, als bey den biblischen Büchern. Un-
terdessen findet man doch auch unter den biblischen
Glossen bey ihm gute Erklärungen. Ungegründete
Glossen (glossas falsas), oder auch solche, die von ge-
ringerErheblichkeit sind,hatHr.E. gewürdiget. Jedoch
hat er dieses nicht bey allen thun, und einige lieber
weglassen wollen, um sein Buch nicht allzustark zu ma-
chen. Den Text hat er nach der Albertischen Ausgabe
des Hc/ycfizüs abdrucken lassen, und nur da eine \ er-
änderung vorgenommen, wo es offenbar ncthwen-
dig wär. Ferner hat er auch die Erklärungen des
Hesychius abgekürzt, wenn sie keine Beziehung auf
biblische Stellen hatten. Eben so ist er auch mit
Alberti’s Anmerkungen verfahren, von denen er
/l. L· Z. i/85· Supplementbmd»

nur das Brauchbare zu den wahren Glossen nusge-
hoben, diejenigen Anmerkungen aber, welche nach
seiner Beurtheilung ungegründete Glossen betrafen,
entweder widerlegt, oder nebst denGlossen ganz unbe-
rührt gelaßen hat. Uaterdessenhat er doch die etymo-
logischen Glossen beybehalten, um sich nicht auf der
einen Seite den Vorwurf der Unvollständigkeit zuzu-
ziehen. und doch auch auf der andern Seite Beyspiele
von der Unwissenheit der altenBibelerklärer zu geben,
welche bey dem Gebrauch ihrer Erklärungen in
wichtigeren Stellen Vorsicht lehren können. Bey
der Berichtigung der Albertischen Anmerkungen hat
Hr. E. grossenEleiss angewendet und nicht allein die
Kirchenväter, sondern auch andere Schriftsteller,
aus welchen die Glossen genommen worden sind,
durchgelesen. Von allen Glossen konnte er die
Quellen nicht angeben, weil viele Bücher, die He-
sychius gebraucht hatte, entweder verlören gegan-
gen sind , oder noch ungedruckt in Bibliotheken
versteckt liegen. Dagegen hat er neuere Schristen,
in welchen biblische Glossen theils verbessert, theils
berichtiget worden sind, benutzt. Und hierzu
kann auch eine Aldinische Ausgabe des Hesychius
gerechnet werden, bey welcher Th- Reineßus An»
merkungen an den Rand geschrieben hatte. Am
Ende der Hesychischen Glossen sind noch andere
über die Psalmen angehängt, welche Hr. E. in sei-
nes sei. Onkels Bibliothek gefunden und hier wegen
ihrer Seltenheit, indem sie nur in Catalogo Mstorum
Bibi. Taurin. T. 1. p. 190· anzutreffen sind, des
wiederholten Abdrucks werth geachtet hat. Fol-
gende Beyspiele können zum Beweis der Treue,
mit welcher Η. E. seinen Plan befolgt hat, aber
auch zur Beurtheilung der Güte desselben die-
nen. Bey ssüchtiger Durchblätterung und Ver-
gleichung der vom Alberti bemerkten, aber vom
Η. E. ganz übergangenen biblisch - Hesychischen
Glossen sind dem Recensenten diese vorgekom-
men: Αγελ/ό'ον. Αγχ>ευ«σ/. Αγιχζειν. Αενναος- λεξ-
•γος. Ακολ/ς·«. Ακ^ω^./α. Αλ/σκοντ<ζ|. Ay./Ζ.λακαν.
Αναγωγος. Ανα^εσνς. Ανα,ρεσον. Αναφο^«ς. ΑνετΤ-
τε^ω^ενσς. Αν·8·'ε£ο;ααρ Αν-θ^ωπΉΒς '^αε^ς. Αζτ«·
^αλλακτω (Esth. XIII, 3· dieses Wort hat ’.elbst
Albert· aus dem Perger anzumerken vergessen. Im
Trommius und Biel fehlt es ebenfalls.) Ατη棫$. Anüzu-
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