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Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1785 (1787)

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https://doi.org/10.11588/diglit.47940#0185
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Supplemente

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Jahre
I
7 8

Numero 44.


arzeneygelahrtheit.
alle, bey Curt: He virtute medicamento-
rum rite aeßtimanda. Auäor ßoh. Friedr. Ul-
lrich , Silesms. (ohne Jahrzahl) 92 S. 8- (5 gr.)
Der Vers. trägt hier theils sehr bekannte Din-
ge , theils auch irrige Meinungen in einer höchst
fehlerhasten Sprache vor. Er redet im erften Ab-
schnitte de iis , quae mixtionem vegetabilis promovere
vel, vel impedire valent, und im ziceyten betrachtet
er einige virtutes medicamentorum, ϊ. B. der peru-
vianischen Rinde, des isländischen Mooses , der
Färberröthe, der Eicheln, und giebt Anleitung,
wie man die Kräfte derselben beurtheilen solle. Die
Bestandtheile der Körper des Pssanzenreichs theilt
er , mit andern, in wesentliche und zufällige , und
jene wieder in nähere und entferntere, ein; die
Erde gehöre unter die wesentlichen Bestandtheile,
und sie sey entweder kalk - oder kieselartig, (sie
jst eigentlich kalkartig, hat aber oft nicht nur et-
was Kieleierde, sondern auch Alaun - und Eisen-
erde, ja zuweilen auch wohl, nach Scheele*s Er-
fahrung , Schwererde beygemifcht). Der Kam-
pfer bestehe aus einem feinen Oele, das seine fe-
ite Consistenz durch eine Säure erlangt Ijabe; er
sey äusserst ssüchtig und lasse beym Verbrennen
nichts zurück;aus dielenEigenschaften könne man
sicher folgern, dass er bloss aus jenen beiden Be-
standtheilen zusammengesetzt sey. (Diese Gründe
beweisen nichts, Kofegartens Verssuche, die unsser
Verf. nicht kennt, gelten bey uns mehr.) Das
mineralische Alkali werde in den Körpern der Pssan-
zen mit Phlogiston vermischt und hierdurch in ve-
getabilisches Laugensalz verwandelt, und das uri-
nöse Salz entliehe aus dem mit mehrerm brennba-
ren Wesen und einer feinen Säure verbundenen
fixen Laugensalze, u. s. w. — Das Verfahren
mancher Aerzte, die Heilkräfte der Arzneyen durch
chemische Verssuche zu beftimmen, gebe zu vielen
Irrthümern Gelegenheit; belser sey die Methode
der Herren Gesner, Stärk und Alexander, die ent-
weder mitThieren, oder bey Menschen, die zum
Tode verurtheilt waren , oder an ihrem eignen
Körper Untersuchungen angestellt, und so die Wir-
kungen der Heilmittel zu entdeken ssieh bemühet
A. L. Z. J785· Supplementband.

hätten, doch habe auch diese Methode ihre Schwie-
rigkeiten, wenigstens müise man vorsichtig seyn,
dass man nicht zu viel aus diesen Erfahrungen fol-
gere. Das Decoft der Quassia sey eine erwärmen-
de Arzney, (auch wenn man es, wie gewöhnlich .
geschieht, kalt trinkt?) und die Pomeranzenschaa-
lenessenz äussere , nach Herrn Goldhagens Beob-
achtung, vortressiche Wirkungen in der phthiß pi-
tuitofi, u. s. w. —■ Diese Beyspiele mögen hin-
reichen, unsern Verfasser zu charakterisiren; wir
glauben, dass sie eben so wenig, als die Schreib-
art, wovon wir noch ein Paar Proben geben wol-
len , die Leser nach dem Ganzen lullern machen
werden. S. 43· erinnert Hr. U.: non süfficere in ge-
liere indica/Je, quo anni tempore haec vel illa plim-
tae parr colligenda atque in usus medicatos refervan-
da fit, fed ad plantae cujusque fingularem proger-
minationem eße respiciendum, qua citius modo, mo-
do ferius praefente citius et, et ferius colligenda erit,
praeprimi's fubterranea vegetabilis pars, und an einem
andern Orte drückt er ssieh so aus : seminaßgnavit in
thermometro gradum centeßmum fecundum, u. s. w.
Leipzig, in der Müllerschen Buchhandlung:
Herrn A. C. Lorry’s Abhandlung über die Nahrungs-
mittel, als Commentar über die diätetifchen Bücher
des Hippocrates. Erßer Theil, aus dem Französi-
ssehen überfetzt von I). ß. C. G. Ackermann. 1785.
366 S. 8· (20 gr.)
Dieser Band enthält die drey ersten Theile des
bekannten lorryschen Werks, das der Vers., (wie
der Uebersetzer billig hätte ansühren sollen,) schon
vor mehr als 30 Jahren ( 1 Band 1753, 2 Band
1757) zum erstenmal zu Paris herausgab, und
im Jahr 178t neu aussegen liess. Herr A. hat es
nach dieser letzten Aussage übersetzt, und zugleich
mit einigen Anmerkungen vermehrt. Wir gelie-
hen , dass wir_, ob uns schon der Inhalt derfelben
nicht neu war, es dennoch in dieser ganz guten
Uebersetzung nicht ohne neues Vergnügen gelesen
haben, und wir glauben, dass auch andere Aerz-
te es nicht ohne Beyfall aus der Hand legen wer-
den. Freylich enthält es keine neuen Wahrheiten;
aber, der Verf. hat doch das Verdienil, alte Wahr-
heiten in einbr guten Ordnung aufgeilelit zu ha-
Xx ben,
 
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