Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1785 (1787)

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Supplemente
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Numero 55.
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GOTTESGELAHRTHEIT.
klangen, bey Palm t Liturgisches Magazin
von D. Georg Friedrich Seiler. Erßes Bänd-
chen, erßes und zweites Stück. 1784. 8. 196 u. 6 S.
iS gr.)
Herr D. Seiler ist nicht nur einer der erden
Theologen .gewesen, weiche die Nothwendigkeit
und den Nutzen der Verheuerung der Liturgie
in der hitherschen Kirche erkannt und durch ihre
Vorschläge befördert haben; sondern er macht sich
auch durch dieses liturgische Magazin aufs neue
lim dieselbe verdient. Er will hier neue
Formulare und Gebete, die theils noch gar nicht,
theils in neuen Littirgien gedruckt sind .; verbesser-
je alte liturgische Aufsätze; Vorschläge zu nützli-
chen Aenderungen in gottesdienstlichen Gebräu-
chen , zur Verbesserung der Intonationen, Kirchen-
jmusiken und Gesänge, und eine neue Geschichte
liturgischer Vorfälle v, J. 1782 an, liefern. Auch
Aufsätze anderer Gottesgelehrten und Prediger
süllen in dieses Magazin aufgenommen werden,
sowohl aus der protestantischen, als aus der römi-
schen Kirche. Es ist wohl keinem Zweifel unter-
worfen, dass ein solches Unternehmen Beyfall und
Dank verdiene. In dem vor uns liegenden ersten
Bändchen finden wir zuerst eine vom Hrn. S, ab-
gefasste belsere Gefchichte der Zerßorung gcrusa-
lems, zum öffentlichen Vorleben, die viele Vorzü-
ge vor ciey bisher in den Kirchenagenden befindli-
chen, wahrscheinlich von ßjoh. Bugenhagen herrüh-
renden, Geschichte hat. Das Einzige haben wir
hier ungern gelesen, dass die angeblichen Wunder
vor der Belagerung Jerusalems, die der abergläu-
bige Hegefippus erzählt, noch angeführt, und
nicht lieber ganz sind weggelassen worden; ob ih-
nen gleich Hr. D. S. die bestmöglichste Deutung
lind Richtung zu geben gebucht hat. Die Uturgi-
schen Feß-und andere Gebete, ebenfalls vom Hrn.
0. und die neuen Kersuche einiger Formulare zu
gottesdienftlichen Handlungen können zu Mustern
dienen, wie dergleichen Formulare einzurichten
Einen vorzüglichen Werth hat das neue
Taufformular (S. 53 f.) bis auf.einige Ausdrücke,
die aber leicht zu ändern sind, z. B. (S. 61',; Wie
Λ. L, Z. 1785· Suppleaientbandi

hüchschätzbar muss ihnen das Leben dieses Kindes
seyn ? — Von fremden Aufsätzen hat Hr. S. eini-
ge Gebete und Formulare des Herrn Sup. Fock zu
Wien aufgenommen, welche daseibst beym luthe-
rischen Gottesdienste gebraucht werden. Unter
diesen hat die Anrede an die Cownunicanten (S. 98 f.)
vortreffliche und rührende Stellen, Auch das Gr-
bet bey Beerdigung einer Leiche (S. 107 f.) muss Ein-
druck auf die Versammlung machen. — Aus schon
gedruckten Schriften sind in dem ersten Bändchen
des Magazins einige Gebete aus der neuen Liturgie
der Reichsftadt Lindau, eine Anrede und Fürbitte,
welche Hr. von Eckhoff, bey der letzten Krankheit
der verewigten Kaiserin, Maria Therefia, in der
dänischen Gesandschaftskapelle zu Wien, verleben
hat, und die deutfche Ueberfetzung der Meße, aus
dem Gebetbuche des Hrn. D. Sailers zu Dillingen,
eingerückt worden. Dem Wunsche, den Hr. £
bey dem letzteren Stücke thut, dabs die katholi-
schen Bibchöfe in Teutschland beym Gottesdienste
die teutsche Sprache allgemein einführen mögten,
werden alle, vernünftige Erbauung liebende, Ka-
tholiken beytreten. Es ist auch dazu schon ein gu-
ter Anfang gemacht worden. Aber mehrere Schwie-
rigkeiten möchte es wohl haben , wenn auch die
Heiligen, wie Hr. S. ebenfalls wiinscht, aus der
Messe wegbleiben seilten.
RECHTSGELAHR TH EIT.
Franksurt an der Oder, bey Straubs: Ώ,
Friedr. Chriftoph sfonathan Fifchers, ProfelTor (s)
des Staats - und Lehnrechts, und jetziger (n) De-
kan (s) der Juristenfacultät zu Halle, Lehrbegriff
fämmtlicher Karner al - und Polizeyrechte — Sowol
von Teutschland überhaupt als insbesondre von
den Preussischen Staaten. Zwecter Band. 1785. XII
und 899 S. Dritter Band. VI und 398 S. gr. 8.
Der Innhalt des ersten Bandes ist in N. 38· der
A. L. Z. von i785 angezeigt worden. Derzweyte
Band enthält das kollegialifche Polizeyrecht, Sicher-
heit s - Polizeyrecht, und einen Theil des Staats-
ivirthfchastsrechts nemlich vom allgemeinen Staats-
vermögen und vom Staatseigenthumsrechtt unter
diesem letztem Hauptstück sängt d <s Landivirth-
schastsrecht an, Der dritte Band enthält denSchluss
1 i i des
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