Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1785 (1787)

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3I§

S UPPLEMENTE

des Lcuidwirthfchastsrechts; das Staatswirthschafts-
recht, Staatsobereigenthumsrecht, Finanzrecht und
Staatscreditrecht, welche Theile alle· noch in eine
Meige Unterabtheilungen zerfallen.
Hr. F. hat bey diesem Werke unslreitig das
reine Verdien!!', alle diese einzelnen, bishertheils
gar nicht, theils nicht vollilähdig und im Zusam
menhange bearbeiteten, Theile hier zuersl zusam-·
mengeilellt, geordnet und viel brauchbares dar-
über gebammelt zu haben; und dies Verdienil muss'
ihm bleiben, wenn gleich auch mehrere offenbare
Mängel den Werth feines Buchs im ganzen sehr
vermindern; so hat Hr. F. manche Materien in fein
Werk hineingezogen oder doch viel' zu weitläuf-
ig behandelt, die offenbar zum jure germanico
generali, (der Ausdruck: Hauptprivatrecht scheint
uns gezwungen und selbll analogisch· unrich-
tig zu seyn,) oder aber in eine andre Rechtswissen-
schaft gehören, und also auf das wenigile doppelt
abgehandelt werden müssten, z. E. im erssen Theil
das- Hormundschastrreeht, im zweyten das Proce/Ju'
al - und Crimitialpolizeyrecht u. a. m,, über wel-
ches Verfahren er gar keine hinreichende Gründe
angeführt hat. Die Ordnung scheint uns auch bey
weitem nicht immer zweckmässig zu seyn; doch
das ift vielleicht bey einem Werke über eine bis-
her noch gar nicht syilematisch behandelte Wissen-
schaft am leichteilen zu verzeihen, und war von
Hn. K , der fall immer und mit Vorsatz neue We-
ge bucht, nicht anders zu erwarten. Eben so kann
man sich auch über sonderbare und schwankende
Grundsätze bey Hn. F. fall gar nicht befremdet fin-
den t?-E. Th, 2. §. 437· dass das Vermögen der ein-
zelen Glieder des Staats ein Sammtgüt der ganzen
Verbindung sey, woraus freylich auffallende Fol-
gen entslohen mussen und auch bey Hn. F. entlie-
hen; u, a. m. Hr. F. behauptet auch sehr häufig
etwas ganz allgemein , was sich nur auf ein beson-
deres Landesgesetz gründet z. B. Th. IE §,1364.
inf, 13,70. 1377. J378; Th. III. $. 589. u.a. a. 0;
mehr.. Alle diese Umiländenun machen das Werk
minder brauchbar, und fall durchgängig beydem-
ielben eine neue Prüfung nothig, wenn man es
gebrauchen will, daher kann denn dasselbe
eigentlich wohl nur den Nutzen einer Samm-
luhg haben. Sehr unangenehm für den Le-
ier sind auch in diesem Werke die bey Hrn. F.
schon sonst gewöhnlichen Ausfälle auf andre Ge-
lehrte,, besonders gegen Hrn. v. Selchow, den er
schon in andern Werken sehr hart behandelte, und
von dem er in dem gegenwärtigen z. B. Th,.I. Vorr.
Th.. II, S. 384 m. a. wieder sehr verächtlich spricht;
was soll man aber dabey von Hn. F.· sagen, wenn
man nachher findet, dass· er ganze Reihen von. Al-
legationen buchiläblich aus Hn. v, 5. Lehrbuch,,
und. zwar mit allen bey diesem letztem Schriftilel-
ler gewöhnlichen Fehlern, ausgeschrieben hat·?'
V, ir könnten, davon eine grosse Menge, besonders
aus dem erilen Theile,. herschreiben; wollen aber

nur zum Beweis einige wenige vergleichen, die
wir zusällig gewählt haben.

Fifcher Th. II. § 53 7. n. 4.
Ang. a Leyser in specim.
443. Grotius de I, Belli ac
Piicis- L, II. c. 8· §■ 7·
Jo. Jaach. Schoepjfer diss
de jure principis circa ades-
pota. Roll. 1705.
Cur. Frid. Pauli diss. de ju-
re principis circa res nullius
in genere, et in specie Regis
Borussorum circa res nullius
in Borussia; Hal. 1747.

Selchow §. 412. n. 4.
Jo.Joach. Schoepser de jure
principis circa adespota. Rost.
1705.- C. F. Pauli de jure
principis. circa , res nullius iii<
genere et in fpecie regis Bo-
rulTorum circa res nullius in
Bortissia Hal,-1747, Leyser sp.·
443·

In dem zu diesen Citaten gehörigen Text iss
beiden Büchern wird gefegt, dass die res nullius,·
dem Fürilen· gehörten; in der aus Leyser angeführ-
ten Stelle aber lieht kein Wort von rebus nullius'
noch weniger fegt L., dass sie dem Fürilen gehö-
ren; er spricht vielmehr bloss von rebus dcrelictis,·
und behauptet, dass diese dem,· der sie occupires>
gehören etc.

Fischer Th. I. 620. n. i.
Mev. P. II, decis. 163. P.
VII. dec, ig. Ludols. P. II.
obs. 189. p. 468. Engelbrecht
obs. 26, 55. Heumcmns Geilt
der Gesetze der Teutschen. C,
11. §. 8· C, 25., §·. 11. Fon
Ludewig Gel. Anzeigen Th.
I. St. 65. S. 196,

Selchow. §. 103. n. 3.
Heumanns Geilt der Gese-
tze der Teutschen c. 11. §. 8,
c 25. §. ii. cf. Mevius P.
2. d. 163. P. 7. d 18. Lu-
dols P. II, obs. 189. p· 6&>·
Engelbrecht obs, 26. 55.

Diese Ci-tate sollen beweisen, dass das jus detra-·
rtwx wegen verlohrner Steuern, oder Beyträge zum
Staatsaufwande eintrete'; allein Mevius VII, 18
spricht vom Fideicomifs; und Engelbrecht obs. 26.
55. zwar vom jure detractus, aber nicht von sei-
nem Grunde, denn E. sagt nur beyläusig, das Ab*
zugsgeld werde gegeben nicht wegen des Verluils
an Steuern, sondem für den bisher genossnen
Schutz.

Fischer Th, 1. 1130.
2) (Potgiejser de statu ser-
vor-.J L. V. c. 22^
3) weiches nicht vertnuther
wird. Riccius de praeseript. C.
XVI. §.3. p, 139, Eisenharth
von Spr-üchw. S 73,
4) Mev. P. VI. decis 335.
Oecon. for, T. V, §. 403, p.
343··
$) Resolution vom 9 Jun.
1756, in C. C. March. Nov.
T, II, p, 109. Eisenharth a,
a. O,S, 75. Vergl. Selchow de
matr, nob. cum vili et turpi'
pers. §. 10. etc.

Selchow §. 25 g',
4) — Eisenharth p. 7f. cf.
tn. diss, mea de matrimonio
nobilis cum vili et tifrpi perf,
§. 1-0 sqq.
5j — in reliquis autem Crer-
maniae territoriis non prcie—
sumitur. Riccius de praeseri-
ptione Germ, c. 16. §. 13,
p. 139. Eisenharth p. 73 sqq.
6) : Mevius P, 6. d. 335,
7) . PottgjeiTer V , 22,

Hier soll m Mevius VI, 335- etwas von der
slillsch-weigenden higebung zur Leibeigenschaft,
slehen·, die daduren g.escnietit^ dass man sich an
gewißen Orten niederiässt und- dort Jafir und l ag
bleibfe

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