Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1786/​1787 (1790)

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ZUR A. L.
soporösen aber ausserdem noch mit entzündungsarti-
gen und mit übelartigen vermischt zu seyn. (nee. sah
drey soporöse Wechselfieber auf eine unterbroche-
ne Gichtkrise erfolgen und heilte sie. durch eiliges
Abführen und hernach Chinarinde mit Baldrian
und Mohnsast.) 2) Catarrhfieber mit Faul - oder
übelartigen Fiebern complicirt, hieher gehört ca-
tarrh. petech. Hossm. 3) Die Complication der
Entziindungs - Gallen - und Faulheber mit einander ;
gallich.ee und faulichte Entzündungsfieber, die Ho-
se , der Causus, saulichte und übelartige Gallenfie-
ber, die Kindbettfieber, die Ruhrfieber, die syno-
chae simplices und putridae entstehen alle aus die-
ser Quelle. 4) Die Vereinigung der Faulfieber
mit den übelartigen Fiebern ; hieher rechnet der
Vers. das schleichende und das hitzige Nervenfie-
ber, den Englischen Schweiss u. dergl. 5) und 6)
Eie Complication der Ausschlagssieber mit faulen
und mit übelartigen Fiebern. Die Heilungsmetho-
de der complicirten Fieber handelt unser Verf. nicht
einzeln ab, weil jeder Arzt der die einsachen Fieber
erkennen und heilen kann, woraus das complicir-
te ursprünglich entlieht, auch die verschiedenen
Methoden und Mittel nach den Umlländen zu ver-
binden wißen wird, dass er daßelbe heilt; doch
bringt der Verf. tresiiehe und heilsame Bemerkun-
gen über den Gebrauch der Abführungen, Brech-
mittel und des Aderlaßens bey, und sucht das,
'was er über die Behandlung der complicirten Fie-
ber gesagt hat, durch zwey umlländliche und sehr
lehrreiche Krankengeschichten zu erläutern, die zu-
gleich Zeugnisse von der schars-und tiessehenden
Clinic des erfahrnen Verf. sind. Cap. IX. Eon
dem Kindbetterinnenfieber. Dessen wesentliches Kenn-
zeichen bellehe in dem nach der Entbindung er-
folgenden Auftreiben des Unterleibs und dessen
grosser Empfindlichkeit und Schmerzen , wozu
lieh ein hestiges Fieber und ungemein Hinkender
Durchsall geseilt. Der Verfaßen sucht mit nicht
ganz zu verachtenden praktischen Gründen dieMey-
nung zu bestreiten, dass die Ursache dieses Fiebers
eine Milchversetzung sey, und erklärt die Milch-
ähnliche Flüssigkeit, die man bey Seftionen fand,
für Lymphe, die Milch geworden seyn würde, wenn
sie bis zu den Brüllen gekommen 'wäre ; er sucht
die Ursache in der Erschlaftung der Bauchmus kein,
in der Schwäche des Netzes, der Gebärmutter,
der Gedärme und in der in den letzten Wochen der
Schwangerschaft erfolgten beträchtlichen Ansamm-
lung von Unreinigkeiten in den ersten Wegen. Das
Fieber selbll erklärt der Vers. für eine Complica-
tion eines enzündungsartigen, eines gallichten und
eines faulen Fiebers. Epi demisch könne dieses Fie-
ber nie herrschen, dass man es in den Hospitälern
häufiger bemerkt, sey den Umlländen zuzuschrei-
ben , worin Geh die Kranken in solchen Häusern
befinden. Eine zeitige Reinigung der ersten Wege
macht den vorzüglichllen und wichtigllen Theil der
Cur aus, doch lässt der Vers, auch herzhaft zur

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Ader, wenn Geh Zufälle eines Entzündungsfieber äus-
sern. Gegen die symptomatischen, schwächenden.
Durchfälle räth er die Colombowurzel und Mohn«
saft. Der Verf. belegt seine Dogmata hier wieder
mit sehr instruktiven Krankengeschichten ; einmal
gab er bey ausgetriebnem Unterleib, blaßem mit
kaltem Schweiss bedeckten Gesseht , geschwinden
ost unfühlbaren Puls , kalten Händen , kurzem
Äthern, Phosphor in Vitriolnaphtha aufgelösst mit
dem bellen Erfolg. Cap. X. Eon den symptomati-
fchen Fiebern. Sie entllehn 1) von heftigen Schmer-
zen 2) von Schwäche, Verstopfungen und Ge-
Ichwiiren der Eingeweide, und 3) von einer von
verschiedenen Gattungen von Schärfe bewirkten
Verderbung der Safte. 1. Abfchnitt.') Symptomatische
Fieber nach IF'unden und Operationen. Von dem
Nutzen des Mohnsafts frühzeitig und in gehöriger
Menge gegeben. 2. /Ibfchnitt') Sympt. Fieb. von
Haemorrhoiden und Steinen. Wiederholte Aderläße,
erweichende, laue Bähungen, ölichte Klystire mit
Asa fotida und in der Haemörrhoidalcolik über-
dies noch Blutigel am Maildarm sind die hülfreich-
sten Mittel. 3. Xbfchn. ) Sympt. Fieb. von eingeklemm-
ten Brüchen. q.Zbfchn.) Sympt. Fieb. beym Zahnen,
Unser Verf. eifert mit Recht gegen den Gebrauch
der -spanischen Fliegen beym Zahnfieber, und em-
pfiehlt das Auffchneiden des Zahnsseisches, aber al-
lezeit gleich nach dem erllen Ausbruch der Convul-
sionen , und beständig mit vorzüglicher Rücksicht
aus die erllen Wege. Einen sehr kurzen Äthern
gleich beym Ansang des Zahnfiebers hält der Vers.
jederzeit sür ein sehr übles Zeichen. 5. Xbfchn.)
Sympt. Fieb. von innern Gefchwürcn, wohin vor-
züglich die hectischen und phthisischen Fieber ge-
rechnet werden. Wahre Lungensuchten sind un-
heilbar, und bey diesen lliftet die Chinarinde mehr
Schaden als Nutzen. 6. Zbfchn.) Sunipt. Fieb. von
Herftopfimgen der Eingeweide. Eine tresiiehe Be-
merkung, die oft vernachlässiget wird, ,,wo Ver-
stopfungen sind, da iß auch Schwäche und Er-
schlaft’en, “ und diese machen es nothig , dass auf
eine den Umlländen angemeßene Art reitzende,
ausiösende und Harkende Arzeneyen mit einander
verbunden werden. Der Verf. rühmt die ausneh-
mende aufiösende Wirksamkeit des im caustischen
Alkali aufgelössten Gummi Guttae, oder des Hin-
kenden Alands. Rec. der frühzeitig ähnliche Gum-
miseisen schon aus einer Büchnerifchen Difertat,
kannte, bediente Geh ihrer schon lange mit dem
bellen Erfolg, neuerlich priesis sie auch Kämps,
und nunmehr wird ihr Gebrauch schon allgemeiner
werden, gut nur, dass er es mehr verdient, als
manches andere bloss aus das Wort eines berühm-
ten Mannes hin verbreitete 1 Die Krankengeschich-
ten , womit unser Verf. seine Lehrsätze ‘erläutert
und bewiesen hat, sind so treffend und so wahr,
dass Recens. schon ihrentwegen das Buch empseh-
len möchte, sie sind das, was das Gemählde bey
einem physiognomischen Discurs ist ; vielleicht,
k 3 dass
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