Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1786/​1787

Page: 71
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_literaturzeitung_suppl1786_1787/0042
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
7'1
sich nun Hr. S. wegen der Beurtheilung des 2ten
Bandes im ßten Jahrgange des Taschenbuchs für
Gartensr. durch eine pöbelhafte Zurechtweisung
des Recensenten zu rächen. Wir haben beide Be-
urtheilungen mit der neuen. Ausgabe verglichen,
und die Menge der Druckfehler abgerechnet, ist
die Einrichtung im Wesentlichen geblieben, So,
daSs wir allerdings die Beurtheilungen indemhirsch-
feldiSchen Taschenbuche, dem Werke ganz ange-
inessen halten , nud da Sie in der Hauptsache
für dieSe Ausgabe passen, wieter nichts beyzufst-
gen finden«
PHYSIK
Halle, in der Rengerschen Buchandlung: Des
Hofraths und Prof, der Mathern, und Natur-
lehre in Halle Wencesl. sfoh. Gußav Karflcns
phyßfch - chymifche Abhandlungen durch neuere
Schriften und andre neuere Unterfuchungen ver-
anlaßet. Erstes Heft. 1786. 208 S. 8»
Zwey Abhandlungen machen den Innhalt die-
ses ersten Heftes aus, wovon die eine vom Luftsah
als vermeynter hermetischer Arzjiey, die andre aber
vom eigentlichen Gebiete der Naturlehre überschrie-
ben ist. Hr. K. widerlegt in jener mit der grössten
peScheidenheit und Gründlichkeit die Semlerische
Schrift von achter hermetischer Arzney, von der
ein kurzer Auszug gegeben wird, und gicbt als die
pestandtheile des HiH’chenschen Luftsalzwassers das
Biterlalz und Oxymel oder auch gebrannten Honig
an, (wobey Recens. nicht unangezeigt lallen kann,
dass als er zu Ansänge des vorigen Jahres, und
wahrscheinlicher weiSe noch vor Hrrn K. Prüfung
siieses Lustsalzwasser untersuchte, ihm ausser dem
Bittersalze, der geheime Glauberische Salmiak und
etwas Honig die Mischung dieser Feuchtigkeit aus-
^umachen geschienen, wie er denn auch aus drit-
tehalb Quentchen Bittersalze und fünf Gran Glau-
berischen Salmiake , einigen Tropsen reines Honigs
und Wasser eine Unze einer Solchen Feuchtigkeit
zusammensetzte , die der Hirschenschen in allen
Stücken zu gleichen Schien. Auch noch jetzt, da
Rec. nicht bloSs aus des HerrnSemlersSchrift, Son-
dern auch von Orten her, wo Baron HirSchen sein
Lustsalzwrasser bereitete, weiss, dass derselbe Harn
dazu anwendet, ist er zwar überzeugt, dass das
Salmiakartige, was >in selbigen enthalten ist, aus
dem Harn herrühre, findet aber doch den Honig-
geruch des Luftsalzwassers gar Sehr von dem Ge-
ruch des Harnauszugs verschieden. Vielleicht ist
Harnauszug und Honig zugleich in dieser Feuch-
tigkeit, So dass So wohl Klaproth und Meyer, als
JKarsten Recht haben ; aber nur kein gebrannter Ho-
uig.) Iß einem zu Ende beygesügten. Zusatze er-

zählt Hr. K. noch eine neue Zerlegung, bey wel-
cher Salzsäure, Salmiak und mit Glaubersalz ver-
mischtes Bittersalz sich vorsand , auch eine Spur
von Schwefel zeigte, uer aber, wie leicht zu er-
achten , erst während der trocknen Prüsung Sich,
gebildet hatte, hur die Wahrheit der Gegenwart
der Salzsäure fehlen die nöthigen Beweise. Merk-
würdig ists , was Hr. K. aus Zauschners lateinischer
Schrift de Sale a Mineral, haud deferipto beybringt»
dass nemlich das aus dem Felsen Prusna bey Prag
auswitternde Salz Luftfalz genannt und als Arzney
theuer von einem verkaust worden sey, der viel-
leicht der nemliche Mann sey , welcher den
Baron HirSchen das Lustsalzwasser bereiten lehrte»
Noch sind dieser Abhandlung kurze Bemerkungen
die alchymistischen Künste überhaupt betreffend bey-
gesügt, die Selbige mit Recht, theils als Taschen-
spielereyen , theils als zu leicht geglaubte und
Schwärmerisch behauptete Unwahrheiten darstellen.
Die zweyte Abhandlung , vom eigenthühmlichen
Gebiete der Naturlehre wurde durch die von der
Fiirstl. Jablenowskischen Geselschaft der Wissen-
schasten gekrönte Preissschrift des Hrn. Pros. Sehen
bei veranlaßet, und zeigt den richtigen längst be-
kannten Grundsätzen des Herrn Hofradis zufolge,
was philosophische Naturlehre sey, und wie sich
Selbige auf Mathematik , Chemie und Naturge-
schichte gründe ; bey welcher Gelegenheit Schei-
bels Sätze hin und wieder erläutert oder wider-
legt, und vortresiiehe Nachrichten von dem wissen-
schaftlichen Lebenslause des verdienten Herrn, Ver^
fassers gegeben werden.
SCHOENS IKISSENSCHAFTEN.
Zurich, bey Grell, Gessner, Füssli und Comp.;
Der Tod Abels. In süns Gefangen von Salo-
mon Geßner. 1786. 127 S. in 8. (5. gr.)
Ein , wie wir bey angestellter Vergleichung
gesunden haben , unveränderter Abdruck eines
Gedichtes, aus welches kein Leser von Gesühl oh-
ne neues Vergnügen zurückkommt , und dessen
Vorzüge selbst von Ausländern anerkannt worden
sind , die nichts weniger als geneigt waren der
deutschen Muse zu Schmeicheln. Der Druck ’ist
reinlich und gut; aber für die Richtigkeit der In-
terpunktion, und hie und da selbst der Rechtsehrei-
bung, besonders in Unterscheidung des ffi” und ßt
des g undd, wie auch des Sogenannten mildernden
e am Ende der Wörter, finden wir nicht immer
genug Sorgfalt bewiesen. Wie unbedeutend diese.
Dinge in gewißer Rücklicht Scheinen, So tragen Sie
doch nicht wenig dazu bey, das Vorurtheil zu un-.
terhalten, als ob es unserer Sprache an feßen all-
gemein anerkannten Gefetzw fehle«

SUPPLEMENTE ZUR Ä. t, Z. xyg6.
loading ...