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I

Numero 14.

I JL
vom

ARZENET GELAHRTHEIT.

Berlin: Einige neue Entdeckungen und Ausklä-
rungen in der Geburtshülfe, in einem Sendfehr ei-
ben an Hm. Hofr. Baidinger, von ffsoh. Phil.
Hagen , ordentl. öffentl. Lehrer an der Heb-
ammenschule zu Berlin. 1786. 32 S. in 8«
Diese Schrift ist eigentlich nur eine Vertheidi-
gung des Vers. gegen eine Recension seines
Hebammen Catechismus in den Göttingischen gelehr-
ten Anzeigen. Nach einer kleinen Vorrede in welcher
Hr. H. mit einiger — vielleicht etwas zu lebhaften—
Wärme von seinem in der That nicht ungegründe-
ten Verdienst spricht, auch beyläufig erzählt, dass
von seinem Buch beynah 3000 Exemplare abgegan-
gen seyn , geht er die Göttingsche Recension Punkt
vor Punkt durch, und vertheidigt sich dagegen
mit Anstand und Gründlichkeit , doch so , dass
weder die Kenntniss noch das Herz seines dortigen
Recensenten im vortheilhaftesten Licht erscheint.
Wir wollen die Art, wie Hr. H. hiebey zu Werk
gegangen ist, nicht mißbilligen, wünsehten aber,
dass er Hrn. Hosr. JPrisbergs nicht erwähnt hätte,
weil dieser verdiente Gelehrte höchstwahrscheinlich
an einem solchen Produkt keinen Antheil gehabt
hat.

PHILOSOPHIE.

Ohne Druckort: Etwas über Aufklärung und aus-
geklärte Erziehung ■—• Veritas odium parit.
1786. 212 S. 8.
Der Verf. findet nicht, dass wir so weit in der
Ausklärung gekommen sind, als wir uns rühmen.
Seine Beweile sind, dasswir unsreSprache schlecht
sprechen; dass unsre moralischen Sitten nicht gut
lind; dass wir noch immer Aberglauben hegen,
Hexen und Wunderdinge glauben, Marktschreyern
unser Zutrauen schenken; dass unser Adel seinen
Ahnenstolz noch immer beybehält. Die Ursachen des
Mangels an Aufklärung findet er in der Unaus-
führbarkeit der sonst schönen Erziehungsvorschlä-
ge untrer Pädagogen, in der elenden Erziehung.—
A.L. Z. 1786. Supplementband.

Man Geht, dass dies sein Hauptaugenmerk war. —
Er rügt manche Fehler derselben , den unbesonne-
nen Zwang, den schlechten Religionsunterricht,
die Vorurtheile der Eltern in Erziehungssachen,
die schlechte Wahl der Lehrer , der Französinnen,
der Hofmeister, und die schlechte Art wie letztere
behandelt werden ; die Unbesonnenheit mit welcher
der eine Theil der Aeltern durch Härte und der an-
dre durch Hätscheley ihre Kinder verzieht. Er
verdammt das Wickeln, das Schnüren , die frühe
und übermässige Anstrengung zum Lernen , die
Näscherey und Verzärtlung, die schädliche Einge-
zogenheit etc. Manches wird gut und treffend
vorgestellt, so dass die Schrift, ob sse gleich nichts
neues enthält , doch immer sehr nützlich seyn
kann; und es ist zu wünsehen, dass viele Aeltern
sse lesen.
Franksurt am Main , bey Hermann .* Hon
dem Unterfihiede zwifichen Entnufiafimus und
Schwärmerey, einphilofiophifcher Ferfuch. 1786.
59 S. gr. 8- (3 gr-)
Der Verf. setzt den Unterschied zwischen En-
thusiasmus und Schwärmerey I. darin , dass der
Enthufiafmus fich immer aus helle, richtige Einfich-
ten, Forftellungen und Urtheile gründet ; Schwär-
merey hingegen aus dunkle Begriffe und Empfindun-
gen , auf Irrthümer und Horurtheile. 2. dass—brym
Enthufiafmus Abfichten und Mittel immer in einem
richtigen Kerhältni/fe gegen einander flehen; bey der
Schwärmerey aber saß immer das Gegentheil ftatt
findet-, 3. dass der Enthufiafmus immer wenigftens
objective nützlich; die Schwärmerey immer objective
und f ubject ve fchädlich ift. Im Vorbeygehen be-
stimmt er verschiedene Arten der Schwärmerey
folgendermassen : „Sie beschästigt sich entweder
„mit wirklichen Dingen , oder mit blossen Gegen-
ständen der Einbildung. Ist im ersten Falle der
„Gegenstand ein irriger Satz, so heisst sie Fanatif-
,,mus. Der Eanatismus, der die Religion ganzver-
„sinniiehet und das Wesen derselben bloss in innre
„Empsindung setzt, wird Myftik genannt. Wenn
„der Schwärmer alle seine Kräste auf blosse Hirn-
„gespinnste richtet, wird er ein Pssantast. “ Es wä-
0 re
 
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