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Supplemente


zur

vom Jahre 1786«


Numero 19.


G O T TE S G E LA HR THE IT.
Riga, bey Hartknoch: Bie kirchliche Statiftik
von Rußland, — nebft andern kiirzern Außßä-
tzen. Der nordißchen Mißcellaneen Utes und
I2tes Stück , von Aug. IZdh. Hupel. 1786.
460 S. (1 Thlr.)
D- wichtigste Stück dieses Bandes ist die aus
dem Titel bemerkte Statistik. Sie ist aus
mehrern Quellen hergenommen, und soumständlich
und genau als es dem Verf. möglich war. Zur
Hauptquelle gebrauchte der Vers. eine schon 1764
in ruisischer Sprache herausgekommne titellose
Sammlung von Bokladen ( Gutachten ) und Befeh-
len in Beziehung auf den rullischen Kirchenstaat.
Hiemit sind die Nachrichten , welche Biißching in
seinem Magazin , Schlözer im neu veränderten
Russland hatte , theils verbunden , theils ver-
glichen worden ; welches letztere der Versasser
öster härte thun können. Mittelst Nachfragen ,
Brieswechsel etc. suchte der Verf. die noch übrigen
Lücken auszufüllen; aber nicht allemal mit glück-
lichem Erfolg. Indessen, so wie diele Schrist auch
hier ist, ist lie doch noch die vollständigste, ge-
naueste und belehrendeste ihrer Art, welche unsre
guten deutsehen Statistiker, — welchen freylich
das meiste bekannt war, — gewiss brauchen wer-
den. Sie besteht aus 6 Abschnitten und einem An-
hänge. Die ersten enthalten Nachrichten von der
rust, griechischen Kirche; der letzte aber beschreibt
den Zustand der übrigen christlichen Religionspar-
theyen in Russland. Muhammedaner und Heiden
' sehlen gänzlich. —■
I. Abßchn. von kirchlichen Personen und Sa-
chen überhaupt;— in einer guten Ordnung vor-
getragen und das Eigenthümliche gehörig erklärt.
An Einwendungen gegen Biißching , Schlözer etc.
fehlt es zwar nicht. Sie gescheheu aber doch mit.
Anstand. Sehr seiten treten Männer von vorneh-
mer Geburt in den geistlichen Stand, so gross auch
die damit noch immer verbundenen Vorzüge sind.—
Das Predigen, welches sonst gar nicht zum össent-
lichen Gottesdienste erforderlich ist, wird in den
A. L. Z. 1786. Supplementband,

Der verwitwete Prie-
nicht mehr nothig,
entweihen zu lalsen;

Städten immer häufiger. -—
ster oder Pfarrer hat jetzo
Mönch zu werden, oder sich
sondernkann, mittelst leicht zu erhaltenderDispen-
sation, im Amte bleiben. Vom Handkuss der Kle-
risey und dem allmäligen dagegen sich empören-
den Gefühl der Laien Rehen S. 63,6.1 artige Nach-
richten. Weil man die Geisilichkeit in R. sehr
schonen musste; so findet man Beyspiele, dass Prä-
laten, die dem Hose verdächtig waren u. dergl.,
verschwunden sind, ohne dass man ersuhr, wolle
hingekommen wären, — besonders unter der Re-
gierung der K. Anna, S. 66.— Kirchen und Kir-
chenbediente vermindern sich nach den von der
Regierung ergrifsenen Maassregeln ausnehmend S.
67 etc.—obgleich sonst die Bevölkerung zunimmt.
Der II. Abßchn. beschreibt den heiligen dirigie-
renden Sinod (istruls. Schreibart) nach seinem Ent-
liehen und gegenwärtigen Zustande, Ehedem führ-
ten doch auch die rullischen Monarchen des Pa-
triarchen Paradepferd am Zügel, und hielten ihm
den Steigbügel S. 75. Den Sinod rühmt der Vf. auch
deswegen, dass er niemals seine Gewalt misbrau-
che, und führt zum Beweise seiner Toleranz an,
dass er gar einmal einem gewesenen Gesimdschafts-
prediger erlaubt habe, ohne Bart sein Amt in R,
zu verwalten, und ausser Amtsgeschäften deutsehe
Kleidung zu tragen. Die angeblich bevorltehende
Vereinigung der rullischen und römischen Kirche
hält der Vers. für eine Aussprengung der Exjesui-
ten. — Das mit dem Sinod verbundene Collegium
de propaganda fiele hat von 1740 — 1755 doch
391,580 Proselyten aus Muhammedanern, Heiden
etc. gemacht.
Der III. Abßchn. von Unterhaltung der Kir-
chen etc. beschäftigt sich vorzüglich mit der Be-
schreibung des_ Oekonomiekollegiums (für Gross-
Russkind,) dellen gesilmter Etat hier vorgelegt ist.
Damit, sind schon die Nachrichten von den Epar-
chien etc. verbunden. S. 114 weiss Hr. H, die
Epaschien von Gontski und von der Geburt imßers
Herrn rächt anzugeben. Rec, glaubt, dass es die
Eparchieu von Perßaslaw und von Tßchernigow
lind, welche nach Kathedralklöstern, wie einige
andre
 
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