Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1786/​1787 (1790)

Page: 3
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_literaturzeitung_suppl1786_1787/0118
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
3
einZusatz. 29) Grimmia und Hedwigia, die Linne
und mit ihm alle Moos verzeichnet unter dem Bryum
apocarpum als Art und Abort angeben,
GES CHI CHTE.
Heidelberg, bey Göbhard: Nova Subß-
dia diplomaticaadfeleHajuris eccles. Germaniae
et hißoriar. capita elucidanda congeß. et edidit
Stephan Alexander IVürdtweiuMom. IX. 1737.
394 5. 3.
Der Hr. Weihb. IVurdtwein fahrt fort, ans dem
Reichthum seiner diplomatischen Schätze Aufklä-
rung und Gewissheit über die einzelnen Theile
der Geschichte Deutschlands auszubreiten. Aus
unsern Recensionen der vorhergegangenen Theile
ist seine Art der Anordnung und Behandlung der
Urkunden schon bekannt; wir werden uns also
bloss mit der Anzeige desjenigen begnügen, was
der Geschiehtsforscher in diesem Theile vorzüg-
lich zu buchen hat. Von Siegeln hat der Hr, Wb.
3 Siegel des Erzbischofs Adolphus, 2 Siegel des
Erzbischofs Diethers und ein Siegel des Admini-
Urators, Albrechts von Sachsen, mitgetheilt. Aus
den Siegeln Adolphs und Diethers erscheint ftatt
des vorher gewöhnlichen Bischorstabs allemal das
Kreutz, nur mit dem Unterschiede, dass es der
Erzbischof in der rechten Hand hält, wenn er
slehend, und in der linken, wenn er sitzend vor-
gestellt wird. Das kleinste Siegel Adolphs, wel-
ches Hr. W+ aus dem Nasiäu - Weilburgischen Ar-
chive erhalten hat, enthält das Mainzische Rad
und den Nasiauischen Löwen in einem getheilten
Schilde. Das einzige hier angesührte Siegel des
Administrätors Albrecht ist ein geviertheilter Schild
■mit dem Mainzischen Rade im ersten und vierten,
und der sächsischen Raute im zweyten und dritten
Felde, mit der Scriftt Sigillum Alberti Adminißra-
toris fedis Maguntine Ducis Saxonie. Vom Erz-
bischos Adolph und 34, vom Erzbischof Diether
39 und vom Administrator Albrecht 16 und unter
diesen verschiedene bisher ungedruckte Urkunden
mit Siegeln beygebracht, deren Mittheilung nicht
bloss für die specielle, sondern auch die allgemeine
■Geschichte des Erzstifts wichtig ift. Dahin gehö-
ren der Vertragk Diethers und des Capitels zu Mcntz,
wie es hinfür ewiglich mit der Stat Mentz und dein
Schloß St. Martinsburg dafelbß fall gehalten werden
1480 s und die Verträge Albrechts mit der Pfaffheit
des IVeinverkauß halber 1483.
In der Urkundensammlung nehmen die päbst-
liehen Breven von N. I - XXVIII. den ersten Platz
ein. Sie enthalten einige wichtige Stücke sür den
L ebhaber der deutsehen Geschichte und unter
ardern den von der Gräfin Johanna von Flandern
ai dem päbstlichen Hos übergebenen und die B.
Ix1 colai 1242 unterschriebenen Schenkungsbries
dei 600 L. nach ihrem Tode an ihren Gemahl
aus einem Cod. Mio, der Vaticanischen Bi-

4
bliothek, und das für Ludwigen von Bayern an
den Pabst Benedict XII. von Speier aus ergangene
Empfehlungsschreiben der deutsehen Reichsfürsten,
aus einem Cod. Msc. der Andreaskirche zu Worms.
In dem letztem bitten die dentseheu Fünsten den
Pabst, der Zerrüttung in dem deutsehen Reiche ein
Ende zu machen, und Ludwigen in den Schooss der
Kirche wieder aufzunehmen, weil sie stets einen
conßantem et indefeffum pugilem et athletemet Roma-
nae eccleßde et ßmperiiin ihm erkanndt hätten. Wie
schars in der damaligen Zeit Entschlossenheit und
thätiger Widerstand gegen prissterlichen Uebermuth
und Eroberungsgeist, auch an dem weiblichen Ge-
schlechte, geahndet wurde davon zeugt N. XXVII.
Abfolutioet injunffa poenitentiaLoretae Comitijfae de
Spanheim et Complicum captivantium Balduinw'n Tre-
pirenß Archiep. 1329. DieGräfin muste ihren Muth,
dass sie den Ertzbischof Balduin, der das Schloss Bir-
ckenfeld gegen alles Recht auf demGrund und Boden
ihres Gemahls erbauet hatte, in der Abwesenheit
des letztem gefangen nahm, und ihn nur mit der
Verzichtleistung aus dieses Schloss, seine Freyheit
wieder gab, damit büssen, dass sie eine grosse
Wachskerze 4 Pfund schwer bis zur Kirche tragen
und 4 silberne Leuchter, jeden 12 Mark an Ge-
wicht in die Kirche zu Trier schenken musste.
Aus diele päbstliche Breven folgen II. von N. XXIX-
CXI Documenta Eccleßae Cathedralis Mindenßs. Der
Hr. Weihbischof hat schon in dem VI, X, und XI
Tom. der Subsidior. Diplomaticor. eine Menge
wichtiger Urkunden dieses ehemaligen Bisthums
mitgetheilt und damit den Wunsch erweckt, dass
sie von eines andern Feder als ein Stoß’ zu einer
ausführlichen Geschichte des Bisthums Minden
benutzet werden möchten. Außer den vielen den
damaligen Zustand des Bisthums aufklärenden
Verkauf- Kauf-Tausen- Schenkungs- und Bestä-
tigungsbriefen sindet man hier nicht wenige Ur-
kunden, die das Verhältniss dieses Bisthums mit
andern benachbarten Ländern und die Geschiehte
delselben ins Licht setzen. N. XXIX. Privilegium
contra Adrocatos eccleßae Mindenßs, ist ein Beweis
wie ganz die Advocati ecclesiae ihre vogteilichen
Rechte zu ihrem Vortheii und zum Nachtheil der
Stifter zu gebrauchen wussten. N. XXX. Der Ver-
trag des Bifch. Volquinus mit dem Herzog Otto von
Braunfchweig, gegen den Grafen Gerhard von Hoyat
der das Castrum Staygersbcrch zum Präjudiz des
Bisthums erbautt hatte, vom Jahre 1293 bewei.
set, dass dieser Bischof nicht schon 1292, wie bis.
her vorgegebenv orden, gestorben sey. N. XLVIIL
wird der Theilui gsvertrag geliefert, den der Bi-
schof Ludolph und der Herzog Otto von Braun-
schweig, wegen der ganzen Cometie Wunstorpe
unter lieh geschlosfen hatten. Nach der Urkunde
L. gab dieser Gras Johann von Wunstorpe, der
auch nachher Graf von Roden heifst, sein Eigen-
thum in Runeberg und Bonredern, das er von dem
Stifte phandweise inne gehabt hatte, an dasselbe
wieder zurück, und nach der Urkunde AVI. über-
gab

SUPPLEMENTE)
loading ...