Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1786/​1787

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87 SUPPLEMENTE
Ableitnngszahl ) immer eine unbenannte ganze
Zahl ist, und ausserdem auch als eine eintheilige
Zahl und zu der Ordnung o gehörig , gedacht
wird; die Wurzel einer Dignität aber zu jeder Art
.der Zahlen gehören kann, wo man alfo sonst Po-
tenzen oder Dignitäten zu hohem Potenzen oder
Dignitäten erhebt, da werden hier eigentlich Po-
tenzen zu Dignitäten erhoben. 2g —29 von Aus-
ziehung der Wurzeln nebst Anwendung des bisheri-
gen zur Erweiterung der von Lehre denGleichungen.
Erklärung und Gebrauch des binomischen Lehr-
satzes sind so, wie die Lehre von den reinen und
unreinen quadratisphen Gleichungen hier überaus
.fasslich gemacht.
Nürnberg, bey 'Weigel und Schneider: Neue
tmd gründliche Anwcifung, wie nach einer uni-
verfal Methode Sonnen - Uhren aller Arten zu
machen etc. In vier Theilen dargestellt von
Johann Gabriel Doppelmayer etc. mit vielen
Kupfern. 1736. 223 S. Fol.
Diese in voriger Ostermesse im Mess- Catologus
.angezeigte neue Aussage ist weiter nichts als ein
neuer Titel zu dem alten längst bekannten Buche,
daß 1719 in eben diesem Verlage hersaus kam.
ERBAUUNGSSCHRIFTEN.
..Celle, bey Richter : Predigten über wichtige
IHaludieiten der chrißlichen Religion zur Bil-

ZUR A. L. Z. 1787.
düng guter Bürger und reehtfehafener Chrißen.
von (MF. H. L. 1786. 324 S. gt ( ig gr.)
Der Vers. dieser Predigten ist Hr. Lindemann ,
Prediger in Lüneburg; und ihr Inhlt und Aus-
führung rechtfertiget den Beyfall, den er, nach
der bescheidenen Anzeige in der Vorrede, unter
sernen Zuhörern findet. Seme Grundregel bey
Ausarbeitung dieser Vorträge ist, alle seine Ideen
zusammen zu einem vollkommenen Ganzen zu ord-
nen. Sie erfordern daher zwar Zuhörer und Le-
ser, die zu einem anhaltendem Nachdenken ge-
wöhnt sind , als man vom grossen Hausen er-
warten.darf; allein diese finden dann auch gründ-
liche Belehrung sür den Verstand , und kräftige
Nahrung sür vernünftige Erbauung. Jedoch hat er
-ost auch durch die Easslichkeit der Schreibart
derselben nachzuhelfen gebucht. Auch die Ge-
genstände sind mit Klugheit gewählt, und haben
für Bildung und Beruhigung Interesse. Das Glück
einer Landes, dejfen Obrigkeit die Religion sfcsu ehrt.
Ersreulicher Gedanke für den Chrißen, daß er in
feinen zeitlichen Berufsgefchäften Gott dienet. Recht-
fertigung der Weisheit und Gute Gotte, bey den Lei-
den feiner Gläubigen etc. Einige kleine Sprachun-
richtigkeiten, z. B. wr, statt ward, wurde, und
einige, dem Kanzelvortrag nicht ganz angemesse-
ne , dem gröbsten Theil der Zuhörer unverständ-
Jiche Wörter, z. ß. Philofophen , Irreligioßtät,
werden den Werth dieser Predigten um nichts ver-
ringern.

LITERARISCHE
Kleine theol. Schriften;. Göttingen, bey Rosen-
buscli : Einige Züge aus dem Leben des zu IVeuftadt
am Rübenberge versiorbenen Superintendenten, Herrn
,L. W, Ballhprn , .für dejsen Freunde entworsen von
Georg Ang. Borchers, Prediger zu Diemarden und
und Reinhausen. 1786 6i S. gr. S-C 5 gr. D
Der hier entworfene Charakter des sei. Büllhorns ist ein
ßeytrag zu dem Leben gutgesinnter Menschen. Auch als
Gelehrter war er durch seine kleine Schristen , die er in
einen verschiedenen Aemtern , vorzüglich als Director
der Altstädter Schule zu Hannover, herausgegeben, und
die Hr. 13. vollständig anzeigt, rühmliche der Welt be-
kannt; .so dass er noch kurz vor seinem Tode den Rus
zu einer theologischen Professur in Kiel erhielt, den er
aber aus Liebe zu seinen Zuhörern nicht annahm. Einen
Theil seiner Muse verwendete er auf Sammlung erläutern-
der Beyträge und Anmerkungen über den Arnobius, wel-
chen er von neuen herauszugeben gedachte. Doch macht
Hr. B. Hofnung, dass dieser gesammelte Apparat durch
einen Gelehrten , der ihn an sich gekauft, dem Publikum
werde vorgelegt werden. — In dem beygefügten Anhän-
ge untersucht der Verf. die Frage: ob die Seligen im Him-
mel etwas von dem Zustande auf Erden ersahren werden?
In der Einschränkung auf solche irdische Begebenheiten,
die zur Vermehrung der Freude eines Seligen .etwas bey-
traven, vertheidigt er die bejahende Meyn.ung, sucht die
Möglichkeit davon aus dem nähern Umgänge mit Gott
und den Engeln in jenem Leben herzuleiten, und ihre
Wahrscheinlichkeit mit den Aussprüchen Jesu $oh. S> 56.
und Lite, iß? 7- zu unterscützen.

NACHRICHTE N.
.Kleine juristische Schristen. Wien: Bigcrtatia
Lt de fert'itutis abolitione ( vulgo Ro'coihaes Colloquium
duos inter oeconomos Moraviae. 17S6. 3 B. 8-
Ob die Abschasfung der Robotha in Mähren grössern
Nutzen oder Schaden bringe, ist in dieser Schrist der
Gegenstand der Unter Eichung, die aus eine solche Art an-
gestellt ist, dass zwey Mährische Oekonomeri, der eine als
Gegner der Abschaffung der Leibeigenschast, der andere
als Vertheidiger derselben , in sehr Schlechtem Latein sich
hierüber unterreden. Die Uebel und Vortheile, die aus
der Aufhebung der Diensrbarkeit für die Bauern, für den
Guthsherrn und für den Staat entstehen können, oder
vielmehr die Schwierigkeiten, die mit dieser Verände-
rung verknüpft sind, nebst den Gegenmitteln, so wie sie
einem jedem bald beysallen, werden hier, ohne einige durch
Neuheit und Scharssinn sich auszeichnende Bemerkungen, in
grosser Kürze, wie es schon die geringe Bogenzahl er-
warten lässt, angemerkt.
Kleine Frevmaurerschriften. Ohne Druckort :
Erfttinge eines einjährigen Schülers maurerifcher ll eis-
heit und Tugend. Von einem Evangelischen Prediger.
1785- 70 S. 8- ,
Diese Erstlinge bestehen aus 7 Reden, die rreyheh nicht
viel sagen wollen. Die Loge, in der der Vers. etwas früh
ein Amt bekleidet, das wichtig istmag Ursache haben,
mit seinen Talenten und KenntniiTen zusrieden seyn zu
müssen; aber dem Pubüco muhen solche Erstlinge nicht
vorgelegt werden. Ost glaubt man eine Predigt zu lesen.
Dass dies der wahre Ton nicht sey, wird der Verf. mit
der Zeit wohl selbst lernen.
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