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vom Jahre

1787.

Numero 12»

phtsir.
Halle: Fried. Alb. Carl Gren Cbfervationcr et
experimentci circa geneßn aeris fixi. 1786. 100
Seit. 8«
1 Js1' durch mehrere gründliche Schriften
bekannte geschickte und nachdenkende Che-
miker untersucht hier die beiden genannten Luft-
arten mit aller möglichen Sorgsalt und Genauig-
keit. Zuerst bestimmt er die Eigenschaften von
beiden, dann kommt er S. 9 aus die unterschiede-
nen vorzüglichen Theorien , die man lieh von den
neuentdeckten Lustarten, ihrer Natur und Entste-
hung gemacht hat. Alsdenn giebt er an, wie er
sie, besonders durch hierzu sorgsältig angedellte
Versuche, deren er 32 namhast macht, naher un-
•tersucht, und die wahre Beschafsenheit derselben
gefunden. Er folgert besonders aus diesen fol-
gende Resultate: 1) dass die fixe Luft- kein Pro-
duct sey. - 2) dass die fixe Lust bey mehrern Pro-
cellen aus den Körpern nur entbunden wird, wor-
um sre schon befindlich war* 3) dass die fixe
Luft nicht aus reiner und brennbarer Luft beliebe;
dass he 4) kein wesentlicher sondern zufälliger Be-
standtheil der Atmosphäre sey. 5) dass die fixe
Luft eine besondere Elementare iure enthalte. 6)
dass sre nicht in luftartiger Gestalt in den Körpern
slecke , sondern bey der Entbindung durch die
Wärme erll luftartig werde, und eine eigne Säure
und inateriam caloris in ihrem reisen Zustande ent-
halte. 7) dass reine Luft und Wärme keine fixe
Luft geben: 'dass ite 8) bey der Respiration vom
Blut ausgesondert aber nicht von eingeathmeter
sogenaanter Lebensluft erzeugt wird. 9) dass die
Vermehrung der Schwere verkalkter Körper bloss
von dem Verlust des Phlogislons herzuleiten sey.
ic) dass die Verminderung der Luft bey phlogi-
slischen Proceßen von ihrer Verbindung mit dem
phlogillon; 11 ) phlogiil'i’sche Lust aus reiner
Luft und Phlogillon entliehe, dass sie aber 12)
nicht mit Phlogillon überladen : 13) schon in
gemeiner Lust enthalten sey und bey ProcelTen
auch erzeugt werde. Lauter wichtige Beobach-
/I. L. Z 1787- Supplementband.

tungen , die von vielem Scharssinn zeugen, und
die einen nicht geringen; Einssuss in die richtige
und gründliche Erklärung mancher Phänomene
und Erscheinungen bey chemischen Processen zu
Naturbegebenheiten haben werden.
ERDBESCHREIBUNG.
Hos, b. Vierling: Ueberßcht der Stadt und
Landerhauptmannfchaft Hof. I Abtheilung.
1786. 32 S. II Abtheil. 1787. 52 S. 4.
Auch selbll diejenigen, welche eine umsländ-
liche Beschreibung von Stadt und Landeshaupt-
mannsehaft weniger interessiren dürfte , werden
dennoch vielleicht die gegemvärtige Uebersicht,
wegen der freymiithigen Urtheile und der freylich
manchmal etwas platten Laune des Verfassers nicht
ungern lesen. I. Topographifehe Befchreibung der
Stadt. Die Stadt und Alteniladt nebll den Vor-
häuten hat 602 Häuser und gegen 4800 Einwoh-
ner. II. politifche, III. kirchliche, IV. ßädtifehe,
7 "erfajfung V. Nahrungsßand.Künßler,Fabrikantent
Handwerker etc in a Iphabetifehe s Ordnung. Eini-
ges davon zur Probe. Die^Baumwollenspinnerey
beschäftigt in der Stadt gegen 700 Personen , und
vielleicht noch 200, die es als Nebenwerk treiben»
In der Cottun oder Zitzmanufactur arbeiten gegen
500 Personen. Die Florwirkerey liefert jetzt kaum
etliche 3ooco Stuck. Die Leinweber nehmen ab;
doch zählt man noch 46. Tuchleinweberey be-
schäftigt gegen ico Stühle , und liesert gegen
2ocoo Dutzend Tüchlein, so wie auch noch etli-
che hundert Stück Musieline. Viehzucht macht
nebll der Brauerey und dem Feldbau einen sehr
beträchtlichen Nahrungszweig aus. Jährlich wer«
den über 130 Stück fette Ochsen ausser Landes
und wenigslens eben so viele in die umliegenden
Oerter versendet. — Von den 31 Metzgern be-
zeigt er, dass sie das nemliche unbändige Volk,
wie überall, sind. VI. Arnienanßalten, wo
vorzüglich das Singen der Schüler sehr bitter ta-
dele. VII. Gefundheitranßalten, und Harke Aus-
fälle aus die Afterärzte. — V1H. Ferfchiedne Po-
licey
 
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