Allgemeine theologische Bibliothek — 1.1774 [VD18 90309928]

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I. D. Michaelis Ueberseßmrg
licken Behauptung, „er kannte dein Reisen,, ha-
ben übersetzen müssen. Und hier umschreibt er
diese zwey Worte mit einem eben so hebräischarti-
gen Ausdrucke: „Gott hat ein Aufsehen über eu-
„ren Zug gehabt. „ Kap. rz, z. lesen wir in der
deutschen Übersetzung „fremder Schandfleck.,,
Wir schlugen neugierig den Grundtext nach und
siehe da, wir fanden das bekannte und
mit ihm einen neuen Beweiß, daß Herr Michaelis
gerade da, wo er eine Umschreibung wagt, den
Sinn noch mehr verdunkelt hat. Denn darauf
wird wohl kein deutscher Leser fallen, daß von
Fremdlingen die Rede sey, die unter den Juden
keine eigenthümliche Grundstücke hatten? Noch
weit unerträglicher ist Kap. i, 45. das Michaeli-
sche: „ihr weinetet hierauf vor Jehovah und stell-
„tet Bußtage an „ Was meynen unsre Leser, wel-
che hebrälsche Worte diese verunglückte Moderni-
sir- und Umschreibung ausdrücken solle? Diese vier:
NIW 'MNI.
Doch Herr Michaelis ist nicht nur seinen
Grundsätzen in Ansehung der Umschreibung nicht
treu geblieben, sondern wir bemerken auch überall
eine höchststrafbare Unbeständigkeit in der gan-
zen Uebcrsetzung. Jeder Uebersetzer muß, wie
Herr Teller in feiner vortrcflichcn Pfalmenprobe
erinnert, so oft ein Wort im Grundtexte in eben
-er Idee vorkommt, auch eben dasselbe deutsche
Wort bcybehalten. Von dieser Rege! weiß Herr
Mi-
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