Allgemeine theologische Bibliothek — 1.1774 [VD18 90309928]

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über das ChrLstenthum. 6^
Die Stelle S. 9. bis zu Ende des Briefs ist
vortrefiich. -Nur würden wir nicht so absolut zer-
sägt haben: „Wenn ich die alten Redner lese, so
„kann ich cs merken, daß cs dein Redner nicht
„darum zu thun war, bewundert zü wer-
,,den.„ Wir wissen doch wahrhaftig auch Fäl-
le, wo die lieben Alten redeten, um bewundert
zu werden. Und selbst der ehrliche Vater Cicero
war von dieser Schwachheit nicht frey.
Der zweyte Bries Hat fast durchgängig un-
fern Bey fall. — Die Christen sollten mehr han-
deln, als reden, mehr ihren Glauben durch die
That beweisen, als durch Verteidigungsschriften
ihn zu verfechten suchen. Der fromme Wandel
der Christen, und besonders ihrer Lehrer, wäre das
sicherste und bisher am wenigsten benutzte Mittel,
die Religion zu vertheidigen, und auch bey ihren
Feinden ehrwürdig zu machen.
Im dritten Briefe hat uns verschiedenes nicht
recht einleuchten wollen. Herr Buchwitz kommt
auf die Hindernisse des praktischen Christenthums,
und findet darunter auch dieses, daß es viele we-
der für nöthig noch für möglich halten: dazu die
unbchutsam vorgctragene Lehre von den guten
Werken und dem Unvermögen des Menschen
manche verleiten. In der Hauptsache hat nun
freylich Herr Buchwitz recht. Allein das hat uns
befremdet, daß er den gemisbrauchten Satz, von
dem er redet, in der Bibel gefunden haben will, ob-
gleich
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