Allgemeine theologische Bibliothek — 1.1774 [VD18 90309928]

Seite: 152
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1)2 An Herrn LavaLer.
Gottes Gnade in Ihnen ist, die Welt'viel zu gut
kennt, als daß man ihr erst die Kenntniß desselben
durch ein so geringfügiges Vehikulum, dergleichen
der Ausspruch eines Recenfenten ist, beygedracht
Werden müßte.
Ihr Brief an den Herausgeber war durchgän-
gig befriedigend für mich/ und ich hoffe gewiß,
er wird es für alle Ihre Leser seyn., Sie haben
mich zu meiner Freude belehrt, daß der Herausgeber
und Verfasser des ersten Tagebuchs verschiedene Per-
sonen sind, und daß ersterer, im ersten Theile des-
selben verschiedenes von Ihren Aufsätzen umgeschaf-
sen hat, obgleich ohne die historische Wahrheit sei-
nes moralischen Jnnhalts zu beschädigen.-— Sie
klagen mit Recht über die schiefen Urthcile dcrKunst-
richter, die ihr erstes Tagebuch bald als Forschrift
nndBeyfpirl, bald als Sittenlehre im Klerde der
Geschichte, bald als einen dem Publikum zur Be-
urtheilung vorgelegtcn Charakter eines vermisch-
ten moralischen Menschen, bald gar als Schmäh-
schrift aufdas Christenthum (von letzterem hab'
ich nie etwas gehört) und keiner aus dem wahren
Gesichtspunkte betrachtet haben. — Sie lösen
mit der untadelhaftesten Art den scheinbaren Wider-
spruch auf, den einige zwischen dem Vorberichte des
ersten Theils und einem Privatbriefe von Ihnen an
Herrn Reich, haben finden wollen, in dem Sic ver-
sichern, daß die Empfindungen und Reflexionen, die
Ihr erstes Tagebuch enthielte, ächt und nur die
Objecte,
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